Türchen 16

Im IBM CIC kommen viele Kulturen zusammen, was uns immer wieder Freude bereitet. Nach der Schlesischen, Ukrainischen und Indonesischen Weihnacht zeigen wir euch heute die Weihnachts- und Silvestertraditionen Spaniens. Viel Spaß bei Michels Beitrag.

Hallo zusammen! Ich bin Michel und erzähle euch jetzt mal, wie Weihnachten in meiner Familie gefeiert wird. Übrigens, ich komme aus Spanien, da ist das alles etwas anders.

Obwohl Spanien ein europäisches Land ist und daher im Grunde genommen unsere Weihnachtsbräuche für jeden Europäer erkennbar sind, gibt es bei uns zwei Events, die man ganz inoffiziell als Weihnachtsbeginn ansehen kann – den Werbespot einer der berühmtesten Cava-Produzenten in Spanien und der traditionellen Weihnachtslotterie. Das Veröffentlichungsdatum ist dabei nicht in Stein gemeißelt, aber es hat schon eine gewisse Bedeutung in der Spanische Kultur.

Diejenigen, die das noch nicht getan haben, kaufen normalerweise Lotterielose für den „Gordo“ (Hauptpreis), entweder für sich selbst oder als Geschenk für Freunde und Familie. In den Tagen bis Heiligabend ist es nicht viel anders als in Deutschland – Geschenke werden gekauft, gebrannte Mandeln und geröstete Kastanien werden verkauft, bunte Lichter ummanteln die Stadt.

An Heiligabend treffen wir dann die ganze Familie, ferne Verwandte, die man eventuell nicht so oft im Jahr sieht (leider). Es ist eine Nacht, in der man viel isst, trinkt und feiert. Es ist auch ganz normal, bis spät in die Nacht zu feiern.

Der nächste Termin im spanischen Weihnachtskalender ist der Tag der unschuldigen Heiligen, der am 28. Dezember gefeiert wird. Dies hat einen religiösen Hintergrund, ist aber im Endeffekt wie am 1. April in Deutschland: Witze machen und andere veräppeln. Also aufpassen, was die spanische Presse an diesem Tag schreibt. 😉

Am Silvesterabend trifft sich wieder die Familie, aber diesmal nicht so zahlreich. Obwohl Heiligabend mehr eine Familien-Angelegenheit ist, kann man schon sagen, dass Silvester etwas für Familie und Freunde ist. Man trifft sich zuerst zu Hause, um zu Abend zu essen, aber danach trifft man sich mit Freunden in „cotillones“ (so eine Art Weihnachtsparty) oder auf dem Hauptplatz der Stadt. Um das neue Jahr zu begrüßen, ist es üblich 12 Weintrauben zu essen, eine bei jedem Erklingen der Glocke.

Last, but not least. Der 5. Januar ist für Kinder das wichtigste Datum, denn dann kommen die Heiligen Drei Könige. An diesem Tag findet eine Prozession statt, eine recht große Feier, wo viele Süßigkeiten verteilt werden. In der Nacht vom 5. auf den 6. verteilen diese Könige die Geschenke, was den Kinder am nächsten Morgen viel Freude bereitet.

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In 80 IBMern um die Welt: Vom Dolmetscher zum Anwendungsentwickler – Das kommt mir spanisch vor…

Hallo, ich bin Michel, seit Oktober 2016 bin ich beim CIC Magdeburg, wo ich zurzeit als Datenbankanalyst tätig bin.
Ursprünglich komme ich aus Spanien, genauer gesagt aus der schönen Stadt Alicante und habe dort Übersetzung und Dolmetschen mit Schwerpunkt Dolmetschen studiert.

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 – Alicante (Spanien)

Aber seit ungefähr vier Jahren wohne ich in Deutschland und Anfang 2016 habe ich meine Umschulung zum Fachinformatiker erfolgreich abgeschlossen.
In diesem Blogeintrag würde ich euch gerne darüber erzählen, wie es dazu gekommen ist, dass ich nicht nur Land sondern auch Beruf gewechselt habe.

Zunächst muss ich sagen, dass ich, obwohl ich am Ende meines Studiums viel Liebe für das Dolmetschen empfand, meine Studienwahl nicht so sehr aus Berufung traf, sondern eher weil es mir sehr leicht fällt Sprachen zu lernen.
Eigentlich hätte ich lieber Computerwissenschaften studiert, was ich auch anfangs für zwei Semester (drei Quadrimester im spanischen System) versuchte. Aber irgendwie hat es damals noch nicht ganz mit mir und der IT geklappt…

Meine ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt waren dadurch motiviert, dass ich mein Studium finanzieren musste. Ich habe immer versucht es so zu arrangieren, dass ich nur 4 oder 5 Monate im Sommer arbeiten musste. Leider hat das nicht immer so gut geklappt und einmal musste ich mein Studium ein Jahr lang auf Eis legen.
In chronologischer Reihenfolge hatte ich folgende Jobs: Fotograf, Gärtner, Sekretär, Kellner, Reiseleiter und zurzeit eben Fachinformatiker. Ironischerweise konnte ich nie als Dolmetscher arbeiten.

Ich hatte sehr viel Spaß mit meiner Arbeit als Fotograf, zum einen, weil es eins meiner Lieblingshobbies ist und anderen, weil ich mit einer sehr teuren und coolen Reflexkamera Fotos knipsen durfte (die am Ende des Tages für ungeheuerlich viel Geld verkauft werden sollten).

Alicante

In meinem Job als Gärtner bin ich mehr oder weniger zufällig gelandet. Als ein Freund die Firma wechselte, durfte ich seine Stelle als Gärtner übernehmen. Es hat mir sehr gut gefallen, zwar ist es eine etwas anstrengende Arbeit, aber man hat auch viel Zeit über Sachen nachzudenken.
Überraschend viel hatte ich in diesem Job mit Touristen zu tun. Die meisten waren sympathisch, häufiger wurde ich zu einer Cerveza (zu einem Bier) eingeladen, aber es gab auch Ausnahmen. Der schlimmste Fall war eine Gruppe, die zwei Palmen fällte, sämtliche Essensreste überall verteilte, damit sie in der Sonne verfaulten und alle Matratzen in den Swimmingpool warfen.

Mein Gleichgewichtssinn ist schrecklich, Kopfrechnen kann ich nicht besonders gut und meine Schrift ist so schlecht, dass ich sie nicht mehr lesen kann, wenn ich schnell genug schreibe.
Ich erwähne das nur, weil ich einen Sommer lang als Kellner in einer internationalen Restaurantbar gearbeitet habe. Trotz allem hat mir dieser Job sehr viel Spaß gemacht. Klar, es war körperlich sehr anstrengend und ich hatte extreme Arbeitszeiten, aber ich konnte auch jeden Tag meine Sprachkenntnisse auf die Probe stellen. Von Tisch zu Tisch.

Da meine Sprachkenntnisse im Job als Kellner nicht wirklich gut ausgenutzt wurden, wurde ich bald zur Büroarbeit befördert. Anfangs dachte ich, dieser Bürojob sei eher eintönig, aber wie so oft im Leben lag ich hier falsch. Sehr sogar. Die Lage des Büros in einem geschäftigen Viertel sorgte immer für viel Aufregung.

Nach vielen Jahren Studium war es dann so weit, endlich konnte ich mich professioneller Übersetzer nennen! Es war ein sehr wichtiger Moment in meinem Leben, aber gleichzeitig war es leider eine sehr unsichere Zeit für den Rest der Welt: wir waren mitten in der Finanzkrise von 2008. Fast zwei Jahre lang sendete ich meine Bewerbung in alle Himmelsrichtungen, leider immer ohne Erfolg.
Die Lage war sehr schlecht, selbst als Bedienung oder Kellner blieb ich erfolglos.

Eines Tages wendete sich mein Glück und ich bekam eine Antwort von einer deutschen Rederei, sie waren auf der Suche nach einem Reiseleiter für eins ihrer Kreuzfahrtschiffe. Sofort ergriff ich die Gelegenheit und buchte ein Flugticket nach Deutschland.
Es klang alles sehr gut: eigene Kabine, jeden Tag einen Ausflug machen und nachmittags Zeit für mich. Obwohl ich auf den Fahrten viele Städte sehen konnte, war ich in diesem Job nicht glücklich.
Leider konnten die gemachten Versprechen nicht erfüllt werden, und so blieb ich nur solange an Bord, bis ich das geliehene Geld, welches ich gebraucht hatte um nach Deutschland zu kommen, zurückzahlen konnte.

Nun bot sich mir die Möglichkeit, eine Umschulung zum Fachinformatiker zu machen. Während dieser Umschulung entdeckte ich, dass das Programmieren sehr viel Spaß macht. Zusätzlich konnte ich feststellen, dass meine Sprachkenntnisse sehr hilfreich waren, um mich an die abstrakten Programmiersprachen heranzutasten. Zwei Jahre später hatte ich die Prüfung erfolgreich abgeschlossen und fand auch schnell meine erste Arbeitsstelle in Krefeld. Das Berufsklima war angenehm, öfters habe ich mit Kollegen auch nach der Arbeit etwas zusammen unternommen.
Hier durfte ich auch von erster Hand die deutsche Arbeitskultur erleben. Sowohl die verblüffenden Unterschiede, aber auch die Ähnlichkeiten zur spanischen Arbeitskultur konnte ich erfahren.
Endlich hatte ich meine Berufung gefunden. Da mein Vertrag jedoch befristet war, war ich 2016 wieder auf Jobsuche.
Nach einigen Wochen und gefühlt tausenden Bewerbungen bekam ich den Tipp, mich beim CIC in Magdeburg zu bewerben. Anfangs war ich ein wenig nervös, doch schließlich bewarb ich mich und wenige Wochen später war ich in Magdeburg.
Mittlerweile sind sechs Monate verstrichen, ich habe mich in meinem Projekt gut eingearbeitet und dank meiner Arbeitskollegen, macht es jeden Tag Spaß ins Büro zu kommen.
Mein Fazit? Trotz ungewöhnlichem Lebenslauf habe ich es weit geschafft und habe auf jeden Fall vor, es noch weiter zu schaffen.