Job des Monats: Software-Entwicklerin

In unserer Rubrik ‚Job des Monats‘ stellen wir euch einmal im Monat CIC Mitarbeiter/innen und ihre aktuelle Jobrolle vor. Auf unserer Homepage findet ihr passend dazu aktuelle Stellenangebote an unseren verschiedenen Standorten. – Vielleicht ist ja auch euer Traumjob dabei?

Dass man nicht immer in der Rolle bleiben muss, mit der man im IBM Client Innovation Center startet, beweist uns heute Linda. Sie erzählt uns in unserem „Job des Monats“ März wie ihr Alltag als Software-Entwicklerin aussieht.

Linda_Softwareentwicklerin

Hallo Linda, vielen Dank, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast. Erzähl doch zunächst einmal etwas über dich als Software-Entwicklerin. Wie bist du ins Center gekommen und was machst du hier?

Hallo, ich arbeite seit April 2014 hier im Center. Nach meinem Studium der Computervisualistik an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg war ich auf der Suche nach Arbeit und hatte mich eigentlich schon damit abgefunden aus Magdeburg wegzuziehen, dabei stand das Center direkt vor der Tür (es war tatsächlich damals nur ein Haus weiter von meiner Wohnung entfernt).

Also habe ich mich beworben und, nach einer kurzen Einführungsphase, ein Projekt gefunden, damals noch im Bereich Project Management Office. Da mich der Bereich „Entwicklung“ jedoch mehr interessierte, konnte ich in meinem nächsten Projekten die Tätigkeit wechseln und habe seit dem die Rolle der Software-Entwicklerin. Diese beinhaltet die Weiterentwicklung von Applikationen, das Testen sowie die Ticketbetreuung bei Problemen mit der Software.

Was gehört zu den täglichen Aufgaben und Verantwortungen, die diese Rolle mit sich bringt?

Da wir in unserem Projekt nach der Methodik Scrum arbeiten, findet täglich unser „Daily“ statt, in dem wir gemeinsam als Team den aktuellen Stand, die kommenden Aufgaben und Probleme des Sprints besprechen. Die mit dem Kunden in Absprache erstellten User Storys werden dann bearbeitet. Das kann die Implementierung eines neuen Features sein, Testen oder auch Analyseaufgaben wie z.B. Performance Probleme, Bugfixing oder die Verbesserung des User-Interfaces von Applikationen.
Nebenbei unterstütze ich unseren „Domain Lead“ als Vertretung und übernehme auch ab und an seine Rolle als Scrum Master.

Mit welchen Technologien hast du bisher gearbeitet?

Es sammelt sich tatsächlich einiges an und es kommen auch immer wieder neue Technologien hinzu.
Begonnen bei der Dokumentenverarbeitung zum Beispiel arbeite ich mit MSOffice, MSExcel, Oxygen XML Editor, Notepad++ bis hin zu Tools zur Kommunikation, wie Slack oder MSTeams. Täglich benutze ich zur Entwicklung Eclipse, VisualStudioCode und zum Beispiel SourceTree.

Welche Möglichkeiten gibt es hier im Center, die dir eine Weiterentwicklung in dieser Rolle ermöglicht? Hast du eventuell schon einige wahrgenommen?

Ich habe erst vor kurzem die Schulung  „ISTQB Foundation Level – Training and Certification“ mit anschließender Zertifizierung besucht und erfolgreich abgeschlossen. Weiterhin steht es mir frei Schulungen, die im Rahmen des Projekts sinnvoll und meiner eigenen Weiterentwicklung dienen, rauszusuchen und vorzuschlagen. So bin ich auch zertifizierte Scrum Entwicklerin und möchte demnächst das Zertifikat für den Scrum Master machen.

Linda_Softwareentwicklerin

Wenn du die Gelegenheit bekommen würdest, für einen Tag/eine Woche in eine andere Rolle zu schlüpfen: Welche wäre das und wieso?

Ich würde gerne mal in die Rolle unseres Product Owners schlüpfen.
Dieser entscheidet unter anderem welche User Storys im Sprint bearbeitet werden. Außerdem ist er die Schnittstelle zwischen Enduser und uns als Entwickler. Ich erhoffe mir dadurch einen besseren Einblick über die Entscheidungsfindung und Erstellung von User Storys.

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The Center Trainers – Part 5: Michael

Im fünften Teil unserer Serie „The Center Trainers“ stellt sich heute einer unserer Trainer im Bereich Scrum vor. Michael gibt uns Einblicke in seinen Arbeitsalltag als Trainer, er berichtet über Bedenken und Herausforderungen und spricht über geplante Weiterentwicklungen.

Warum wolltest du Trainer im CIC werden?

IBMClientInnovationCenter-Center-Trainer-Michael2Es macht mir riesigen Spaß mein Wissen zu teilen und dieses durch Ideen, Anregungen und Feedback von anderen zu erweitern. Ich arbeite gern mit anderen Menschen in einem kreativen und innovativen Umfeld. Außerdem gehört es auch in meiner Jobrolle, als Scrum Master, zu meiner Aufgabe das Team zu unterstützen und sie dahingehend zu schulen, die Prozesse zu verstehen und diese einzuhalten. Dadurch, dass meine Frau Lehrerin, mit hohem Anspruch an den Unterricht ist, bin ich in dieser Hinsicht besonders geprägt und möchte auch meinen Teams die größtmögliche Unterstützung durch optimierte Schulungen zuteilwerden lassen. Dafür bin ich gerne bereit mich weiterzubilden.

Seit wann bist du Trainer & welche Kurse gibst du? 

Seit Ende 2015 trainiere und schule ich als Scrum Master die Kollegen aus meinem Projekt. 2016 habe ich dann, als Agile Coach bereits weitere Teilprojekte von Wasserfall zu Scrum transformiert und meine eigenen Teams skaliert. Die von mir ausgebildeten Scrum Master bilden mittlerweile selber weitere Scrum Master aus und unterstützen deren Teams.

Hinzu kommt, dass ich in 2017 die Train-the-Trainer Schulung „Learner Centered Training“ absolviert habe und gebe seitdem im Center und bei unseren Kunden aus dem Medien-Umfeld Schulungen zum Thema Scrum. Außerdem führe ich Schulungen mit unmittelbar angrenzender Zertifizierung für Scrum Master durch.

Wie hast du dich auf deine Rolle als Trainer vorbereitet?

Ich habe von meinen eigenen agilen Coaches gelernt und mich zusätzlich mit weiteren Trainern und Lehrern unterhalten, um einen möglichst tiefen Einblick in die Materie des Lehrens erhalten zu können. Meine Fertigkeiten, sowie meine Präsentationen und Schulungsunterlagen habe ich zunächst in kleinen Gruppen oder auch in Einzelgesprächen ausprobiert. Wann immer es ging habe ich mir von den Teilnehmern oder von anderen Trainern umfangreiches Feedback geben lassen. Feedback treibt mich kontinuierlich voran. Darauf basierend überarbeite ich meine Unterlagen ständig und erweitere sie bei Bedarf.

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten, die man als Trainer mitbringen sollte?

Ich denke, dass drei Dinge hier besonders wichtig sind:

Man muss mit dem Herzen und dem Kopf bei der Sache sein. Wenn man im Moment des Trainings nicht voll bei der Sache ist, dann verliert man auch die Zuhörerschaft.

Man muss das Thema durchdrungen haben, um es adäquat vermitteln zu können.

Man muss eine Atmosphäre schaffen können, in der das Lernen Spaß macht und den Teilnehmern leicht fällt. Dafür muss man sich auf sein Auditorium einstellen können. Denn die wichtigsten Leute im Raum befinden sich nicht hinter dem Rednerpult, sondern genau auf der anderen Seite.

Wovor hattest du die meisten Bedenken, bevor du deinen ersten Kurs gegeben hast?

Natürlich möchte man den ersten Kurs besonders gut oder gar perfekt machen, auch wenn das zu diesem Zeitpunkt sicherlich gar nicht möglich ist. Man wird erst mit der Zeit und den jeweiligen Erfahrungen besser. Bei mir jedenfalls steigt die Aufregung mit der Anzahl der Zuhörer. Das gilt besonders, wenn mir diese unbekannt sind. Daher war meine größtes Bedenken, dass mir schlicht die Stimme wegbleibt. Für mich hilft dagegen, wenn man die ersten Sätze der Schulung auswendig beherrscht.

Was war die größte Herausforderung, die du bislang in einem deiner Kurse bewältigen musstest?

Am schwierigsten waren für mich bisher Trainings auf der Kundenseite, besonders in der frühen Phase unseres Pilotprojekts. Da war teilweise die Skepsis noch sehr hoch und die Vorbehalte recht stark. Wenn dann externe Trainer den Kunden gegebenenfalls noch gegenteilig beraten, dann kann der Stresspegel auch mal ansteigen. Hier zählen dann andere Dinge als harte Fakten oder vorgegebene Prozesse, hier muss man wissen, wie man mit Softskills dosiert ausgleicht.

Was war die witzigste Anekdote?

Besonders lustig sind immer die praktischen Übungen. Sie geben einen guten Einblick in das Teamgefüge und in einzelne Persönlichkeiten. Ich verwende gerne das Thema „Die römische Legion rückt vor“. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, das hier ausführlich zu erklären. 😉

Was gefällt die besonders gut an deiner Rolle als CIC Trainer?

Die Wissbegierde der CIC Kolleginnen und Kollegen. Es macht einfach Spaß Leute zu coachen, die einsehen können, dass sie bei bestimmten Thematiken noch am Anfang stehen und sich nicht zu schade sind, die angebotene Hilfe auch anzunehmen. Besonders im CIC ist dies auch verbunden mit einer hohen Auffassungsgabe und einem sehr zielorientierten Lernverhalten. Die vorgestellten Lerninhalte werden sofort mit realen Einsatzszenarien verknüpft und daraus Fragen für das eigene Vorwärtskommen abgeleitet.

Wie vereinst du deine Trainertätigkeit mit der täglichen Projektarbeit?

Da ich als Scrum Master in meinen eigenen Teams zur Performance Steigerung und Prozessoptimierung immer wieder neue Impulse setzen muss, bin ich darauf angewiesen auch immer wieder neue Trainingsansätze zu verwenden. Wenn ich mir das dafür notwendige Know How auch am Rande des Projekts, beispielsweise bei Schulungen, in anderen Teilen des Centers hole, ist mein Kunde damit einverstanden. Tatsächlich profitiert er sogar davon und bringt mich auch innerhalb seiner Organisation an strategisch wichtigen Stellen zum Einsatz.

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Wie stellst du dir deine zukünftige Entwicklung als Center Trainer vor und gibt es andere Kursformate, die dich interessieren oder die du bereits geplant hast?

Ich würde gern an weiterführenden Schulungen zu Train-the-Trainer teilnehmen, da ich denke, dass ich mich hier noch verbessern kann. Außerdem sind meine aktuellen Schulungsunterlagen noch zu Folien-lastig. Hier würde ich gerne noch mehr vom Frontalunterricht mittels Beamer wegkommen und mehr interaktive Gruppenarbeiten durchführen. Neben Scrum würde ich gerne angrenzende Themen aus dem agilen Umfeld anbieten und diese mit Project Manager Tätigkeiten ergänzen, da dies aus meiner Sicht eine gute Kombination ist.

Darüberhinaus finde ich neben Trainings, Coachings fast noch spannender. Denn dabei geht es darum einzelne Kapazitäten über einen Zeitraum hinweg unterstützend zu begleiten. Besonders schön finde ich es, wenn ein ehemaliger Trainee mit neuen innovativen Ideen auf mich zukommt und mich dadurch ebenfalls voranbringt. Zusammenfasssend kann ich mir derzeit aber keine 100 % Trainertätigkeit vorstellen, da ich für meine kontinuierliche Verbesserung immer auch die Anbindung an das konkrete, reale Vorgehen aus dem Tagesgeschäft benötige.

Welche Tipps würdest du jemanden geben, der selber als Trainer im CIC Kurse geben möchte?

Such dir ein Thema, was dich wirklich interessiert und wofür es im Center einen Bedarf gibt oder perspektivisch geben könnte.

Sprich mit anderen Trainern und erprobe dich zunächst in einem kleinen geschützten Umfeld.

Wenn du dich sicher fühlst, geh auf dein Management zu und prüfe konkrete Möglichkeiten für einen Einsatz. Gegebenenfalls wirst du deine Lerninhalte noch konkretisieren und an den Bedarf anpassen müssen.

Lass dich von Rückschlägen nicht unterkriegen, sondern nutze diese, um daran zu wachsen.

Stand 2018 gibt es definitiv einen großen Bedarf an Trainern in den verschiedensten Thematiken, also trau dich ruhig!

Scrum in der Praxis: Teil 2, das Sprintende

In unserer Rubrik Tech Talk stellen wir euch heute wieder Situationen aus dem agilen Umfeld vor. Ihr habt noch nie in der agilen Entwicklung gearbeitet? Dann folgt aufmerksam unserer Reihe „Scrum in der Praxis“.

Agile Softwareentwicklung ist der neuste Schrei. Nicht selten kommt es in der Industrie vor, dass sich Unternehmen mit dem Label „Agile Softwareentwicklung“ schmücken wollen. Gerade im Bereich Scrum wird viel Schindluder getrieben. Ob dies nun aus Unkenntnis oder Täuschung gemacht wird, möchte ich an dieser Stelle nicht bewerten.

Daher verwundert es auch nicht, dass man auf Portalen, wie http://thedailywtf.com oder https://www.reddit.com/ oder auch den zahlreichen kleinen Blogs viele negative Erfahrungsberichte zum Thema Agile Entwicklung liest. Agiles Entwickeln ist eine Idee. Scrum ist ein konkretes Rahmenwerk, dass der agilen Idee folgt und Scrum wird in diesem Beitrag auch im Zentrum stehen.

Dieser Beitrag wird exemplarisch ein Review am Ende eines Entwicklungszyklus (Sprint) beschreiben. Alle Elemente darin habe ich persönlich regelmäßig in Projekten erlebt und stufe sie als ganz normale Ereignisse im Leben eines Scrum-Teams ein. Dieses konkrete Meeting ist jedoch fiktiv.


Alex, Barbara, Carlo, Diana: Softwareentwickler
Masami: Scrum-Master
Polly: Product Owner


 

Im Büro.

Masami: Alex, kommst du, das Review fängt gleich an. Wir sind heute im Raum 2.02.

Alex: Ich habe gerade noch einen Bug gefunden, der sich bei unseren Tests versteckt hatte. Wenn ich das jetzt nicht noch schnell behebe, können wir diese Anforderung nicht abgeben.

Masami: Das ist ärgerlich. Komm jetzt aber ruhig trotzdem mit ins Meeting. Polly soll dann entscheiden, ob sie die Story annimmt oder nicht. In zwei Minuten geht es schon los.

Alex: So ein blöder Fehler! Ja, ich komme.

Im Meetingraum, zum Sprint Review.

Masami: Willkommen beim Review von Sprint 15. Die letzten zwei Wochen haben wir an einigen neuen Features und Bugfixes gearbeitet. Alex, würdest du gleich anfangen?

Alex: *nickt* Ich habe die Story NPE-1232 bearbeitet. Dafür sollten wir einen Loginbildschirm für die Applikation schreiben. Aktuell kann jeder die Applikation benutzen. In Zukunft muss man sich mit Nutzer und Passwort einloggen um den Zugriff mit der steigenden Mitarbeiterzahl besser kontrollieren zu können. Ich demonstriere das mal kurz auf dem Beamer. Leider ist uns aber noch ein Sonderfall erst kurz vor dem Review aufgefallen. Wenn im Nutzernamen oder Passwort ein Sonderzeichen ist, wird es in einer falschen Kodierung ans Backend geschickt und der Loginversuch schlägt fehl. Das kann im schlimmsten Fall zur Accountsperrung führen.

Polly: Dass wir den Login ändern, ist sehr zeitkritisch. Eigentlich wollten wir die Änderungen kommende Woche schon ausrollen. Bis zum Ende des kommenden Sprints können wir nicht warten.

Alex: Das Problem zu beheben ist kein großer Aufwand. Ich gehe davon aus, dass ich das bis zum Ende des Tages abgeschlossen habe.

Polly: Sehr gut, so lange du die Version bis Freitag auslieferst, reicht mir das.

Masami: Einen Moment, lasst uns das lieber nachher im Planning besprechen. Wenn das Team dem zustimmt, schieben wir gerne noch eine Zwischenlieferung ein. Wir sollten uns jetzt aber erst einmal auf die Stories des vergangenen Sprints konzentrieren.

Polly: Das ist in Ordnung. Da die Anforderungen nicht vollständig umgesetzt sind, nehme ich die Story nicht ab und wir schauen dann nachher beim Planning weiter.

Barbara: Dann mache ich einmal weiter. Ich habe die Story NPE-1233 bearbeitet. Da ging es darum, einen Report von allen Nutzern zu erzeugen, die aktuell Zugriff auf die Applikation haben und ein Datenbankscript anzulegen, welches all diesen Nutzern Accounts für das neue Login anlegt. Ich habe das Script auch schon an das Betriebsteam übergeben und sie waren zufrieden. Ich hatte dich bei der Mail auch in den CC gesetzt, Polly.

Polly: Ja, die Mail hatte ich gesehen. Die Story ist abgenommen.

Carlo: Dann mache ich direkt weiter. In NPE-1256 ging es darum, den Bug im Detailreiter zu beheben, dass lange Titel rechts aus dem Bildschirm rausragen und somit abgeschnitten sind. Auf dem Beamer ist gerade unsere alte Version zu sehen. Ich gehe mal zur Detailseite. Hier sieht man den abgeschnittenen Titel. Jetzt öffne ich die neue Version und gehe zur gleichen Detailseite. Hier sieht man jetzt, dass der Titel umgebrochen ist.

Polly: Hmm, aktuell ist der Titel mitten im Satz umgebrochen. Kann man das nicht so machen, dass zuerst versucht wird nur bei einem Satzende umzubrechen? Das würde es etwas lesbarer machen.

Carlo: Das war in diesem Sprint nicht Teil der Anforderungen. Das können wir aber gerne mit einer neuen Story noch umsetzen.

Polly: Gut, dann lege ich dafür einen neuen Eintrag im Ticketsystem an.

Masami: Da die Anforderungen für diese Story umgesetzt sind, nimmst du die Story ab, Polly?

Polly: Ja, ist abgenommen.

Diana: Ich stelle NPE-1244 vor. Ich hatte dir ja gestern schon geschrieben, dass wir den Aufwand leider unterschätzt hatten und daher nicht fertig geworden sind. Hier sind auch noch größere Restaufwände zu leisten.

Polly: Woran hing es denn?

Diana: Ich kann ja mal kurz den Code an die Wand werfen. Die Klasse ist unglaublich lang und allein die Methode „perform“…

Masami: Ich glaube das führt jetzt gerade etwas zu weit. Kannst du das Problem kurz zusammenfassen? Polly, falls du darüber hinaus noch mehr Details möchtest, kannst du im Nachgang noch mit den Leuten reden, die an der Story gearbeitet haben. Dann kann der Rest des Teams schon weiterarbeiten.

Diana: Die Komponente, die wir dafür anfassen mussten, ist sehr fragiler Legacy-Code. Wir haben ein paar kleine Änderungen gemacht und plötzlich ging die halbe Applikation nicht mehr. Umbaumaßnamen und Tests sind fertig aber die eigentliche Arbeit haben wir noch nicht begonnen.

Polly: Hättet ihr es nicht ohne die Umbaumaßnamen geschafft?

Carlo: Das war uns zu riskant. Ich habe auch mit draufgeguckt und der Umbau war längst überfällig.

Polly: Na gut, zumindest ist mir dieses Szenario lieber, als wenn die Probleme erst in der Produktion auftauchen.

Masami: Gut, die halbe Stunde für unser Meeting ist auch gleich rum. Falls es keine weiteren Punkt gibt, gehen wir jetzt etwas früher in die Mittagspause und treffen uns anschließend zur Retrospektive um 13:30 Uhr wieder hier.


 

Maximiere die Arbeit, die nicht getan wird, ist Teil des agilen Manifests. Das bedeutet, überflüssige Meetings und Arbeiten, die dem Projekt keinen Mehrwert bringen zu streichen. Das bedeutet auch, dass bei den notwendigen Meetings nur die Personen anwesend sind, die benötigt werden. Bei agiler Entwicklung dreht sich daher viel um die Eigenverantwortlichkeit des Teams und seiner einzelnen Mitglieder. In der Konsequenz bedeutet das, dass das ganze Team engen Kontakt zu Polly hat, die selbst zur Organisation des Kunden gehört. Spätestens alle zwei Wochen sieht Polly also live die Arbeitsergebnisse des Teams. So kann sie frühzeitig erkennen, ob der Umbruch des Titels passt oder ob in den Anforderungen, die sie geschrieben hat, noch ein Detail fehlte. Als Product Owner kann sie sich jetzt überlegen, wie hoch sie die Änderung priorisiert um den Mehrwert der Applikation zu maximieren. Von der Priorität hängt dann ab, ob die neuen Anforderungen in den kommenden zwei Wochen umgesetzt werden, oder erst in einem späteren Zyklus – oder ob sich bis dahin vielleicht zeigt, dass diese Umsetzung sich nicht lohnt.

Sie hat die Finger am Puls des Projekts und da sie selbst zum Kunden gehört, sind keine überschweifenden Reports notwendig was den Fortschritt des Teams angeht. Mit jeder abgenommenen Story ist messbar wieviel näher man dem nächsten Meilenstein gekommen ist. Scrum ist dabei jedoch keine Anarchie. Wir als Entwickler übernehmen Verantwortung für die Anforderungen, die wir einmal in einen Sprint aufgenommen haben. Wie wir diese Anforderungen konkret umsetzen, entscheiden wir dann jedoch eigenständig. Diese Freiheit weiß ich sehr zu schätzen. Die Meetings im Rahmen von Scrum sind überschaubar und Masami achtet darauf, dass der Prozess nicht ausartet und hält externe Störungen und Produktivitätskiller fern.

Wenige, kurze, sinnstiftende Meetings, viel Eigenverantwortlichkeit, häufig Feedback zur eigenen Arbeit und kontrollierte, kleine Kurskorrekturen seitens des Kunden sind es, die für mich Scrum ausmachen und mir einen angenehmen Arbeitsalltag verschaffen.

Job des Monats: Scrum Master

In unserer Rubrik ‚Job des Monats‘ stellen wir euch einmal im Monat CIC Mitarbeiter und ihre aktuelle Jobrolle vor. Auf unserer Homepage findet ihr passend dazu aktuelle Stellenangebote an unseren verschiedenen Standorten. – Vielleicht ist ja auch euer Traumjob dabei?

Heute stellen wir euch in unserer Serie „Job des Monats“ Michael vor, der bei uns im CIC die Möglichkeit ergriffen hat, sich vom Java EE Entwickler zum Scrum Master zu entwickeln.

Kannst du uns kurz etwas zu deiner Person sagen?

michaelwitte_klein_2Ich bin Diplomingenieur für Computervisualistik, studiert habe ich an der Uni Magdeburg.

Ich habe bereits verschiedene Jobs wahrgenommen wie beispielsweise als Wissenschaftler für das Frauenhofer IFF im Bereich Virtual Reality oder auch an der Uniklinik im Bereich Abdomen-Chirurgie für einen Operationssimulator, sowie für ein KMU aus der Wissensvermittlung.

Meine längste Anstellung hatte ich bei einer EON Tochter als Java EE Developer im SOA Umfeld.

Wie lange bist du bereits im Center und was hat dich bewogen, dich hier zu bewerben?

Ich bin jetzt seit circa 3 Jahren im CIC angestellt. Als Magdeburger war ich natürlich begeistert, als ich erfahren habe, dass die IBM die Eröffnung eines Centers in meiner Lieblingsstadt plante.

Da ich hier tief verwurzelt bin, gefiel mir der Ansatz, dass die Kollegen vorzugweise von Magdeburg aus arbeiten können. Dennoch erhält man die Chance mit hochkarätigen, international agierenden Konzernen zu arbeiten und das in einem sehr professionellen Umfeld.

In welcher Rolle hast du hier im Center begonnen?

Begonnen habe ich als Senior Java EE Developer für ein großes Logistikunternehmen mit Sitz in Wien. Die Reisen nach Wien und die Arbeit in einem internationalen Projekt waren für mich genauso aufregend wie interessant, auch wenn sich das Reiseaufkommen hier sicher etwas umfangreicher gestaltet hat. Dafür bin ich im aktuellen Projekt fast ausschließlich in Magdeburg.

Welche Jobrolle hast du derzeit inne?

Ich bin für das Pro7Sat.1 Projekt als Domain Lead (Project Manager) und Scrum Master eingesetzt und muss so den Spagat zwischen klassischem Projektmanagement und Agile bewerkstelligen. Das bringt täglich neue Erfahrungen mit sich.

Was muss man an Kenntnissen mitbringen, um diese Rolle ausführen zu können?

Gute Mathematikkenntnisse, logisches Denken, ein bestimmtes Persönlichkeitsprofil (offen aber auch verbindlich, durchsetzungsstark), sowie Spaß an der Arbeit und einen guten Draht zum Kunden (client first!) sind sehr wichtig.

Hattest du schon immer vor in dieser Rolle zu arbeiten?

Ursprünglich wollte ich als Java Developer arbeiten. Allerdings hat sich schon früh gezeigt, dass besonders kommunikationsintensive Aufgaben mein Interesse wecken konnten und ich gern zusammen im Team Themen organisiere und umsetze. So habe ich schnell Managementaufgaben übernommen und war für Schnittstellenthemen verantwortlich. Ich bin sehr froh, den Schritt ins Projektmanagement gewagt zu haben.

Wie sah dein Weg in diese Rolle aus?

Vom Entwickler für Java EE habe ich mich über den Scrum Master für ein, zwei und später drei Teams und die Rolle als stellvertretenden Domain Lead hin zum Domain Lead von inzwischen über 20 Personen gearbeitet. In meinem Projekt habe ich viele Möglichkeiten meine Ideen einzubringen und schnell anzugehen. Aktuell denke ich über ein viertes Team und Kanban nach. Innovation und Geschwindigkeit ist für uns und unseren Kunden besonders wichtig.

Was gehört zu den täglichen Aufgaben und Verantwortungen, die diese Rolle mit sich bringt?

Als Scrum Master ist man ein Servant Leader. Man führt das Team indem man ihm dient und beispielsweise Impediments beseitigt. Als Domain Lead sieht das schon etwas anders aus. Hier muss man auch unpopuläre Entscheidungen treffen und durchsetzen. Das Einnehmen dieser sehr unterschiedlichen Rollen und Sichtweisen ist genauso spannend wie herausfordernd.

Welche Technologien unterstützen dich bei deiner täglichen Arbeit? Mit welchen Technologien hast du bisher gearbeitet?

Wir arbeiten mit den Rational Tools von IBM. Das hilft uns sehr, da sie gut aufeinander abgestimmt sind und uns von der Entwicklung über das Testing und die Qualitätssicherung bis hin zur Automatisierung, der Versionierung und der Builds unterstützen. Auch die gesamte Planung für unsere Sprints läuft über RTC.

Welche Möglichkeiten gibt es hier im Center, die dir eine Weiterentwicklung in dieser Rolle ermöglichen? Hast du eventuell schon einige wahrgenommen?

Das Center hat mir das Vertrauen geschenkt, den Piloten in unserem Projekt zu leiten. Dafür habe ich mich beispielsweise als Scrum Master zertifizieren lassen. Meine Teams erhalten ebenfalls umfangreiche Unterstützung über Materialien, Schulungen und Zertifizierungen. Neben ISTQB, OCA und weiteren Zertifizierungen welche teilweise erst noch anlaufen, haben wir auch an Consulting-, Architekten- und Trainer-Schulungen teilgenommen. Eine gemeinsame Zertifizierung für das Team als Scrum Developer steht noch aus, ist aber ebenfalls für dieses Jahr angedacht.

Wenn du die Gelegenheit bekommen würdest, für einen Tag/eine Woche in eine andere Rolle zu schlüpfen: Welche wäre das und wieso?

Ich bin genau da, wo ich sein möchte. Allerdings würde mich neben dem Projektmanagement auch das Peoplemanagement sehr reizen. Ich würde gerne meine Teammitglieder auch auf Personalebene betreuen und gemeinsam mit ihnen ihre Karriere planen und vorantreiben. Vielleicht bieten sich ja dafür künftig noch Möglichkeiten.