Von Toastbrot und Java

Ein Job in der IT hält viele spannende und abwechslungsreiche Themen bereit. Was für viele von uns schon seit Jahren ein klarer Fakt ist, wollten wir auch an der Schule am Fermersleber Weg, einer Förderschule für Körperbehinderte, erlebbar machen.

Gruppenbild

Initiiert von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, entwickelten wir in Absprache zusammen mit dem Diversity Team des CIC unser Programm. Gemeinsam mit einer 9. und 10. Klasse hatten wir dann die Möglichkeit, ein Stück weit in die Welt der Informatik einzutauchen und den Schülern und Schülerinnen eine neue Perspektive bei der Berufsorientierung zu bieten. Während einige bereits etwas Erfahrungen – etwa mit Programmierung – gesammelt hatten, wünschten sich andere erste Berührungspunkte mit dem Berufsfeld.

Wir überlegten im Vorfeld, wie wir IT auch jenen schmackhaft machen können, die noch keine Erfahrungen im Bereich der Informatik gesammelt haben oder gar keine konkrete Vorstellung davon haben welche Felder dieser Fachbereich eigentlich beinhaltet. So haben wir uns dazu entschlossen, es allen Beteiligten im wahrsten Sinne „schmackhaft“ zu machen.

Nachdem wir uns und das CIC vorgestellt hatten, enthüllten wir das leckere Thema des heutigen Tages: Algorithmen. Anfänglich konnte sich niemand viel unter diesem Wort vorstellen, doch das sollte sich schnell ändern. Nach einer kurzen Begriffsklärung unterhielten wir uns über Alltagsalgorithmen, die wir oft ohne darüber nachzudenken, jeden Tag aufs Neue, auf die immer gleiche Weise ausführen. Obwohl wir sie oft anwenden, beispielsweise beim Kaffeekochen, Zähneputzen oder Waschen, ist der Algorithmusbegriff für viele Menschen nur schwer greifbar. Deshalb hatten wir uns entschlossen, die Wichtigkeit, genauso wie die Schwierigkeiten dieses Konzeptes anschaulich zu machen.

Die Aufgabe der Teilnehmer sollte es sein, Marmeladenbrote zu schmieren, oder viel mehr uns zu erklären, wie wir sie ihnen schmieren sollen. Dazu organisierten wir im Vorfeld alles was dazu benötigt wird – Marmelade, Butter, und natürlich Toast. Wir übernahmen die Rolle der Computer, ausgestattet mit Messer und Toaster, während die Schüler und Schülerinnen Algorithmen entwickelten, die wir dann Schrittweise abarbeiten konnten.

Unsere Aufgabe bestand darin, die Sequenzen einmal mehr, einmal weniger genau zu interpretieren. Das heißt weder die allererste Tütensuppen-Anweisung sollte zum gewünschten Ergebnis führen, noch sollten die Jugendlichen eine IKEA-Aufbauanleitung verschriftlichen müssen, um ein perfektes Marmeladentoast zu erhalten. Denn der Spaß durfte schließlich auch nicht zu kurz kommen.

Experiment1

Die Algorithmen wurden wörtlich umgesetzt – mit interessanten Ergebnissen.

Wie insgeheim erwartet, konnten wir anhand der ersten formulierten Algorithmen gut veranschaulichen, worauf es ankommt. Zu unserem Glück war beim “Bestreichen mit Butter”, weder vom Öffnen der Packung, noch einem Messer die Rede. Und so rieben wir die noch verschlossene Butter unter Schmunzeln und Gelächter plakativ über das Toast.

Einige Ungenauigkeiten in den Algorithmen der Beteiligten ließen somit Spielraum für Interpretation, so dass die eine oder andere lustige Toastkreation hergestellt wurde. Ein paar Toasts wurden mit ganzen Marmeladengläsern beschmiert, andere sollten im Toaster verweilen, bis sie durch wundersame Weise getoastet sein sollten, da der Schritt zum Anschalten des Geräts vergessen wurde. Jedoch waren die Anweisungen schnell so präzise, dass sich in kürzester Zeit Erfolge einstellten, was zum Teil auch dem wachsenden Mitdenkpotenzial der „Computer“ zu verdanken war. Nach einer halben Stunde formulierte die erste Gruppe einen detailierte Anweisung, die zum gewünschten Ergebnis führte.

Es war uns wichtig, zu illustrieren, wie ein Algorithmus funktioniert, dass es oft gar nicht so einfach ist ihn zu beschreiben und oft Geduld gefragt ist, bis man eine Lösung gefunden hat. Aber vor allem war es uns wichtig zu zeigen, dass es durchaus Spaß machen kann eigene Ideen zu entwickeln und Probleme zu lösen. Und nicht zuletzt, dass eine funktionierende Anweisung immer zum gewünschten Ergebnis führt. Nachdem also das erste “perfekte” Toast fertig war, konnte der finale Algorithmus einfach so oft wiederholt werden, bis alle etwas zu essen hatten.

Experiment2

Am Ende führte der richtige Algorithmus auch zum gewünschten Ergebnis.

Nach dieser Stärkung stellten wir das erfolgreiche Projekt unserer MINTLOOK-Praktikantin Vanessa, die ohne Vorkenntnisse, innerhalb von drei Monaten ein funktionierendes Snake Spiel programmiert hatte, vor. Anschließend durften alle im Plenum erste eigene Programmiererfahrungen mit Java sammeln. Dabei konnte das neue Wissen direkt angewendet und gleichzeitig ein erster Einblick in die originalen Tools der Entwickler gegeben werden.

Letztendlich können wir sagen: die Jugendlichen hatten eine Menge Spaß, genauso wie wir. Die Schülerinnen und Schüler aber auch die Lehrer waren glücklich über die neuen Eindrücke und vielleicht sehen einige die IT-Welt nun mit neuen Augen. Uns allen hat es großen Spaß bereitet, unsere Faszination weiterzugeben und gerade die vielen interessierten Rückfragen haben uns besonders gefreut und uns gezeigt, dass die Jugendlichen die Thematik genauso spannend finden, wie wir. Wir freuen uns jetzt schon darauf weitere Erfahrungen, wie diese zu sammeln!

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Vielfalt leben – Heute ist der 5. Deutsche Diversity Day

Nicht nur heute, sondern bereits seit 1953 steht für IBM das Talent eines Mitarbeiters im Fokus, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Religion.Wir sind stolz, dass wir ein Teil dieser Kultur sind, denn nur durch unser einzigartiges und vielfältiges Team schaffen wir Innovationen.
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Fit for the Future

Am 06. November war es wieder soweit, wir bekamen Besuch aus der IBM. Diesmal nicht für eine Schulung, sondern als Unterstützung für die Center-Frauen. In manchen Firmen gibt es Diversity-Programme, um Gleichberechtigung zu gewährleisten und ein respektvolles Miteinander zu erhalten. So auch in unserem Center. Bei regelmäßigen Treffen besprechen wir Probleme und Herausforderungen des Lebens und, da wir in der Minderheit sind, nennt man dies Diversity. 😉

Diversity

Tatjana Lübbe stellte uns Frauen ihr Projekt „Fit for the Future“ vor und beschrieb anschaulich ihren Werdegang, der seit dem Studium mit IBM verknüpft ist. Sie begann, wie viele andere, mit der Netzwerkplanung und -installation, unterstützte Teams als Anwendungsentwicklerin mit Großrechnern und PL1, programmierte objektorientiert mit Smalltalk und machte immer wieder Ausflüge in die Versicherungsbranche. Trotzdem hatte sie nicht jederzeit einen Plan bzw. ein festes Ziel vor Augen. Sie ließ sich von Projekten leiten, wollte Länder bereisen und neue Aufgaben kennen lernen. So arbeitete sie unter anderem in einem Projekt in englischer Sprache bei einer internationalen Versicherung in der Schweiz oder belegte neben ihrer Beratertätigkeit auch einmal Architekturkurse. Durch dieses große Spektrum an Wissen, ihre Offenheit und das Geschick zwischen Kunden und Entwicklern zu vermitteln, erkannte sie ihr Talent als „Schnittstelle“. Sie setzt dieses nun ein und agiert in Projekten als Business Consultant und Projektleiterin.

Und genau für solche Werdegänge interessierten sich die Frauen aus dem Center sehr. Denn wer hat mit Anfang 20 schon konkrete Pläne für die Zukunft? Vermutlich wenige. Falls man sich, in welchem Alter auch immer ;-), noch nicht gefunden hat und seine Stärken nicht genau kennt, steht man im ISC vor einer immernoch zu großen Auswahl an Möglichkeiten. „In welche Richtung möchte ich mich entwickeln?“, „Wo kann ich meine Stärken am besten einsetzen?“ und „Kann ich trotz eines Familienwunschs Karriere machen?“, sind Fragen, die uns nicht täglich beschäftigen, aber spätestens wenn wieder ein Zielvereinbarungsgespräch ansteht.

Bei diesem Treffen kamen auch Gleichberechtigungsfragen auf oder Themen wie „Frauen in Führungspositionen“ und „Die Kommunikation zwischen Mann und Frau“ – vermeintlich selbstverständliche Themen, doch die Realität sieht nicht immer so aus. Deshalb sprechen wir in diesen Runden darüber und „machen uns auch einmal Luft“. 😀


Diesmal haben wir gelernt: „Frauen denken manchmal anders als Männer und das ist auch gut so.“ Und dafür geht ein großer Dank an Tatjana.