Android – Ein Wiedereinstieg

In unserem heutigen TechTalk berichtet uns Christoph, wie sein Wiedereinstieg in Android verlief, z.B. auf welche Probleme man stößt oder wie man die Masse an Informationen wieder aufholt. Dies ist gerade in Hinblick auf einen Projektwechsel interessant.

Android, jeder kennt es, viele nutzen es. Doch als App-Entwickler muss man hinter die Kulissen schauen. Nach einer Auszeit von 4 Jahren habe ich in meinem aktuellen Projekt endlich wieder zur Android Programmierung zurück gefunden.

Veränderungen

Was hat sich in der Android Welt aus Sicht des Entwicklers verändert?
Eine Fragestellung die man sich stellen sollte, bevor man zum gewohnten Programmieren über geht. Das kann in einer so schnelllebigen Welt, in der wir Entwickler arbeiten, einiges sein. Die wohl wichtigste Neuerung in der Welt von Android ist die Einführung einer zweiten Programmiersprache. Neben Java ist es jetzt auch möglich Kotlin für die Entwicklung einer Android App zu nutzen. Seit dem Google dieses Jahr auf der Entwicklerkonferenz Google I/O verkündet hat, das Kotlin die präferierte Programmierungsprache für die Android Entwicklung ist, sollte man sich zumindest einmal mit Kotlin auseinandersetzen, auch wenn man weiterhin mit Java entwickeln möchte. Alle wichtigen Neuerungen sind natürlich auf den einschlägigen Seiten wie developer.android.com zu finden, die Google selber zu Dokumentationszwecken angelegt hat. Aber natürlich helfen auch Blogs und Entwicklerplattformen wie Stack Overflow, wenn man Probleme bei der Programmierung hat und gezielte nach neuen Lösungen sucht. Vielleicht hat man aber auch einfach vergessen welche verfügbaren Methoden es in Android gibt oder wie die Syntax nochmal aussah. Hier kann eine Suche nach Beispielcode im Internet helfen. Activitys, Fragments, RecyclerViewer, ActionBar,… Beipielcode findet sich zu Genüge. Oder man nutzt einfach die Autovervollständigung der jeweiligen Entwicklungsumgebung, um sich an die Methodennamen zurück zu erinnern.

Kleine Hindernisse

Es gibt auch Neuerungen, die einem möglicherweise nicht gleich auffallen und dann zu einem Hindernis werden. In meinem aktuellen Projekt beispielsweise stand ich vor einem Problem, welches ich vorher nicht kannte. Dabei ging es um die App-Berechtigungen, um die Kamera des Android-Geräts nutzen zu dürfen. Die Vorgehensweise, wie ich es von früher kannte, funktionierte nicht mehr. Ich brauchte eine Weile um den Fehler zu finden. Die App-Berechtigungen wurden früher vor der Installation einer App vom Nutzer bestätigt. Ohne diese Berechtigungen anzunehmen, war es nicht möglich die App zu installieren und zu nutzen. Früher musste man sich bei der Programmierung keine Sorgen machen, dass die Berechtigung nicht erteilt wurde, sie musste erteilt werden, damit die App ausgeführt werden konnte. Heute ist dies anders. Ab der Android Version 6.0 (API Level 23) können App-Berechtigungen im PlayStore zwar eingesehen werden, jedoch müssen diese bei der Installation nicht angenommen werden. Dies geschieht heute zur Laufzeit, beim ersten Start einer App, bzw. wenn das Feature genutzt wird, je nachdem wie der App Entwickler dies eingebaut hat. Dabei können die Berechtigungen auch abgelehnt werden. Häufig ist die App dann nicht nutzbar. Aber es gibt auch Ausnahmen, bei dem nur spezielle Features einer App nicht genutzt werden können. Dies kann zum Beispiel die „android.permission.CAMERA“ sein, wie in meinem Beispiel, welche benötigt wird, um das Fotografieren mit Hilfe der Foto-App zu realisieren. Sollte der Nutzer die Berechtigung ablehnen, so muss der Entwickler dies abfangen und die App hat nicht die Möglichkeit Fotos aufzunehmen. Dafür kann der Entwickler Beispielsweise dem Nutzer die Auswahl eines Bildes aus dem Speicher des Android-Gerätes anbieten, wenn die ensprechende Berechtigung erteilt wurde. Über solche abgelehnten Berechtigungen musste sich ein Entwickler früher keine Sorgen machen. Es gab sie einfach nicht.

Die Vorteile

Der Nutzer einer App hat heute mehr Möglichkeiten sein Android-Gerät vor unliebsamen Apps und ihren Teils weitreichenden Berechtigungen zu schützen, indem er der App diese Berechtigungen nicht erteilt. Dies könnte die Berechtigung sein, die Kontakte auszulesen, um beispielweise alle Kontakte, welche auf dem Android-Gerät gespeichert sind, an dubiose Server weiterzuleiten ohne die Kontakte in der App überhaupt zu nutzen. Oder aber die Berechtigung den Standort des Android-Gerätes und somit auch des Benutzers festzustellen und diesen weiterzuleiten ohne das Wissen des Besitzers. Auch wenn man sich beim Wiedereinstieg in eine schon bekannte Technologie, die sich zum heutigen Zeitpunkt teilweise stark verändert hat, vielleicht ab und an wundert, dass die Vorgehensweise nicht mehr so ist, wie man es gewohnt war, so bringen die Veränderungen meist Vorteile mit sich, die man erst auf dem zweiten Blick zu erkennen und würdigen weiß.

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Tech Talk #001: IBM Bluemix

Neues Jahr, neue Vorsätze. So ist es auch bei uns im Center und konkret auf diesem Blog. Mit diesem Beitrag möchten wir die Kategorie „Tech Talk“ ins Leben rufen. Hierbei soll es um technische Themen gehen, welche unsere Mitarbeiter oder das Center als Ganzes beschäftigen. Dies wird das Vorstellen einer bestimmten Software oder ein interessantes Anwendungsbeispiel sein, so dass die Leserschaft einen Einblick bzw. Verständnis dafür bekommt, warum es sich lohnt dieses Thema zu verfolgen.

By Sven Wieczorek

Den Anfang zum „Tech Talk“ mache ich zum Thema „IBM Bluemix“.  Allgemein kann man Bluemix als Werkstatt ansehen, in welchem dem Benutzer verschiedene Werkzeuge zur Verfügung stehen. Mit diesen ist es möglich eigene Software über das Erstellen von Anwendungen (Apps) oder verschiedene Services bereitzustellen und zu nutzen.

Apps, die mittels Cloud Fourndy bereitgestellt werden, können dabei in verschiedenen Sprachen programmiert werden, z.B. Java, Node, Python, Ruby, Go. Darüber hinaus ist es auch möglich Docker-Container und virtuelle Maschinen zu hosten. Service-seitig bietet Bluemix das volle Spektrum der Softwareentwicklung an. So hat man die Möglichkeit Datenbanken (z.B. dashDB, Cloudant) anzubinden, eine Einmalanmeldung (Single-Sign-On) und Autoskalierung einzurichten. Ebenso ist es möglich IBM’s Supercomputer Watson zum Analysieren verschiedenster Dinge in seine Anwendungen zu integrieren. Sogar Services für die komplette Organisation eines Projekts sind vorhanden. Darüber hinaus gibt es Services, die die Tickets, die Codeversionierung und die Bereitstellung des Codes verwalten. Alles, was man benötigt, ist auf der Plattform vorhanden. Mit anderen Worten, man hat die Möglichkeit komplette Software-Projekte auf Bluemix zu realisieren.

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Stefan Holzschuh

„Der Workshop im August letzten Jahres war zugleich mein erster Kontakt mit Bluemix. Besser hätte ein Start nicht laufen können. Anstatt ins kalte Wasser geworfen zu werden und Bluemix eigenständig bzw. über Onlinetutorials kennen zu lernen, konnten wir im Team praxisnah an einem selbstgewählten Projekt die Plattform ausprobieren. Sven und Markus standen uns dabei immer mit Rat und Tat zur Seite, so dass der Start mit Bluemix einfach und nicht kompliziert war. Für meine weitere Projektarbeit war dies ungemein hilfreich, da ich einen großen Teil der Konzepte schon kannte und mich daher die endlosen Möglichkeiten von Bluemix nicht erschlagen haben.“

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Martin Lobe

„In vorherigen Projekten waren Bluemix und Cloud neue Themen für mich. Trotz der Tatsache, dass ich bereits Grundkenntnisse von Cloud Computing und verteilten Systemen hatte, muss ich gestehen, dass Bluemix anfangs ein etwas unbekanntes Gebiet war. Ich nahm daher die ‘Cloud Application Development‘ – Zertifizierung als die Gelegenheit wahr, um mein Wissen aufzufrischen, zu vertiefen und, um Bluemix Services besser zu verstehen. Während der Vorbereitung auf die Zertifizierung stellte ich fest, dass das einfache Abarbeiten des Study Guide und der Übungen mir nicht die Erfahrungen gegeben haben, die ich als Entwickler benötige. Daher empfehle ich allen künftigen Teilnehmern: verschafft euch einen Überblick über die einzelnen Kapitel, bereitet eine kleine Projekt-Idee vor und implementiert sie. Macht eventuell auch etwas Ungewöhnliches und stellt euch den Problemen, die dadurch auftreten. So seid ihr für den Arbeitsalltag gut gerüstet.“

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David Krüger

 

„Ich durfte mich vor etwas längerer Zeit mit Bluemix beschäftigen. Leider war das nur kurzfristig und habe deshalb nur einen groben Überblick über den Aufbau und die Funktionsweise dieses Services. Das hat mein Interesse geweckt und ich freue mich deshalb mehr über die Welt von Bluemix durch die geplanten Workshops zu erfahren“

 

Das macht die ganze Sache auch für das Center interessant. Bereits in den vergangenen Monaten arbeiteten einige Kollegen in diesem Umfeld und, da Cloud Computing ein Themenfeld mit großem Wachstumspotenzial ist, werden mittelfristig weitere Kollegen benötigt, die mit und auf Bluemix arbeiten können. Das bedeutet Engagement in Sachen Weiterbildung, sowohl vom Mitarbeiter als auch vom Center aus. Dies wird im Rahmen von Masterclasses, Schulungen, Workshops und Zertifizierungen realisiert, wobei die Erfahrungen der Kollegen, die auf diesem Gebiet schon unterwegs sind, mit berücksichtigt werden und die Weiterbildung so effizient wie möglich durchgeführt werden kann.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass das Arbeiten mit Bluemix für die Umsetzung eigener Ideen oder ganzer Projekte viele Vorteile hat. Es spart enorm Zeit und Frustpotenzial, da das Konfigurieren und Einrichten verschiedenster Dinge wegfällt und man sich dadurch voll und ganz auf die Programmierung fokussieren kann und schon innerhalb einiger Minuten erste Ergebnisse sehen kann. Die Anbindung der verschiedenen Services funktioniert ebenfalls reibungslos. Man muss sich nur fix anlesen wie man die Services nutzt, aber das gibt es ja bei jeder Software, die man kennenlernt.

Wer Interesse daran bekommen hat sich einmal auszuprobieren, der kann sich auf Bluemix einfach anmelden und die 30 Tage Testversion nutzen. Studenten können sich sogar sechs Monate austoben. Wir werden in künftigen Beiträgen genauer auf die Nutzung eingehen und einzelne Services vorstellen. Stay tuned …

Welcome to Magdeburg (W2MD)

By Sven

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

wie ich in einem meiner letzten Beiträge berichtet habe, werden bei uns Ideen der Mitarbeiter aufgegriffen und gefördert. Eine dieser ist die Webanwendung ‘Welcome to Magdeburg (W2MD)‘, welche am Freitag, den 1. April, an den Start gegangen ist. Sie richtet sich an potentielle BewerberInnen, neue MitarbeiterInnen und an Zugezogene, denen die Stadt fremd ist. Ziel dieser Platform ist zum einen den Standort Magdeburg attraktiver darzustellen, zum Beispiel auf einer Messe, und zum anderen (künftigen) Neu-Magdeburgern den Start in der Stadt und das Eingewöhnen so leicht wie möglich zu gestalten, denn Magdeburg ist wie jede andere Stadt. Sie hat schöne und weniger schöne Ecken. Und wenn man weiß wo die schönen Ecken sind, lässt es sich hier sehr gut leben.

Genau dort setzt W2MD an. Unsere Mitarbeiter haben hierzu die Möglichkeit auf einer Google Map kategorisiert Empfehlungen, nützliche Tipps oder interessante Orte zu hinterlegen, welche je nach Bedarf angezeigt werden. Dies kann bspw. im Bereich ‘Wohnen‘ ein Eintrag zum Bürgerbüro sein mit dem Hinweis zum Onlinetermin inkl. Link, so dass man (vermeidbare) Wartezeit spart. Oder im Bereich ‘Freizeit‘ die Schweizer Milchkuranstalt, bei der man im Sommer an der Elbe gemütlich die ein oder andere Brause genießen kann.

In der Anwendung kann man eine oder mehrere dieser Kategorien wählen, so dass man sich im Anschluss daran die entsprechenden Orte oder Empfehlungen in Ruhe ansehen kann, sei es auf der Map oder die entsprechenden Informationen dazu, welche in der Regel eine persönliche Note beinhalten. Vielleicht ist auch etwas für die ‘Alteingesessenen‘ etwas neues dabei und man entdeckt ganz neue Dinge. Wenn man im Laufe der Zeit die Stadt selber erkundet und etwas interessantes oder wissenswertes entdeckt, kann man wiederum selber einen Eintrag erstellen und so seinen eigenen Beitrag leisten. Also: probiert es euch aus.

W2MD

Nachfolgend gebe ich euch einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und zur verwendeten Technologie. Nachdem mir Ende November/Anfang Dezember die Idee zu diesem Projekt kam, hatte ich etwas Zeit investiert, um zeitnah eine ‘rudimentäre Rohversion‘ vorzustellen, in der die Grundidee rüberkommen sollte. Das ging relativ zügig. Dank IBM Bluemix ging das Aufsetzen von Client, Server und Datenbank sehr schmerzfrei, speziell für das Backend benötigte ich keinen ganzen Tag, so dass ich mich fortan nur um das Frontend kümmern musste.

Nach der positiven Resonanz bei der besagten Ideen-Vorstellung hatte ich mit Anna einen Termin für Anfang Januar vereinbart, in dem wir das weitere Vorgehen abgestimmt haben. Da das Auge bekanntlich mitisst, wollte ich in dem Meeting auch mit einer ansprechenden Optik punkten. Daher holte ich mir unsere UX-Designerin Sabina und Maik für die Design-Vorschau mit ins Boot, welche meine Erwartungen weit übertroffen haben. Für den zeitlichen Rahmen vereinbarten wir als ‘Liefertermin‘ den 1. April, da die Entwicklungszeit dafür ‘on top‘ war, sprich zusätzlich zu unserer eigentlichen Projekttätigkeit obendrauf kam, und ich so ganz entspannt an der Funktionalität basteln konnte. Die Umsetzung des Designs erledigte Maik anschließend nahezu in Eigenregie. Lediglich über diverse Ideen zu Details tauschten wir uns zwischendurch immer mal wieder aus. Für weitere optische Leckerbissen sorgte Sabina mit den klasse Logos. Insgesamt wurden in das Entwickeln der Anwendung seit Ende November circa 150 Stunden investiert.

Bereitgestellt wird die Anwendung auf der IBM-eigenen Cloud-Plattform Bluemix. Die verwendeten Technologien sind MongoDB, ExpressJS, AngularJS und NodeJS sowie Google Maps, welche als Kartendienst implementiert ist. Neben Sabina und Maik geht mein Dank auch an den Bluemix-Vorreiter des Centers Jens, den ihr schon aus unserem iFundIT-Beitrag kennt, und an Björn und David, die für Fragen immer ein offenes Ohr hatten. Persönlich war das Projekt für mich dahingehend klasse, da ich mich erst seit dem letzten Sommer mit Webanwendungen beschäftige und mich so in den eben genannten Technologien weiterentwickeln und meine Ideen umsetzen konnte. ‘IT is not about ideas. IT is about making ideas run.‘

ITisAbountMakingIdeasRun

Ready to do some cognitive cooking?

 
“The idea of cognitive cooking is machines and humans working together — in this case, a very complex analytic system drawing from the vast collected knowledge of chemistry, food culture and taste preferences to help chefs break new ground.“

– Mahmoud Naghshineh, IBM Research

Bisher haben wir Watson als erfolgreichen Jeopardy!-Teilnehmer oder auch als Meeting-Protokoll-Unterstützer kennengelernt, doch der Computer kann noch mehr. Bon Appétit hat zusammen mit Chef Watson eine kreative und inspirierende Koch-App entwickelt, die wohlschmeckende Lebensmittel-Kombinationen findet und dabei auch die Bedürfnisse des Kochs berücksichtigt [1]. Egal, ob man eine Lebensmittelunverträglichkeit hat, Vegetarier ist oder die Sahne langsam weg muss, das passende Rezept wird letzendlich gefunden. Natürlich kommen auch einige kuriose Tipps von Watson, wie Mayonnaise der Bloody Mary hinzuzufügen, doch anhand dessen kann man die dahinterliegende, wissenschaftliche Herangehensweise des Computers erkennen.
 

Im April 2015 haben IBM und das „Institute of Culinary Education” ein Kochbuch herausgebracht mit einigen der besten Rezepte, die zusammen mit dem Computer entwickelt wurden – das „Cognitive Cooking with Chef Watson“.
 

Nun können wir alle „Chefköche“ sein und zusammen mit Watson die coolsten Rezepte kochen. Mein erster Versuch ist ein Gericht mit Sahne (die, die weg muss 😉 ) und Ente. Chef Watson schlägt mir passend dazu einige Rezepte vor, wobei ich mich für „Cream Cutlet“ entscheiden würde. Es sieht zumindest lecker aus:

Cream Cutlet

Aber auch Nachtische werden angeboten, z.B. in einer bestimmten Kochrichtung wie „African“. Da würde mich der „African Mint Shortcake“ auf jeden Fall sehr interessieren. 😉

Doch warum probiert ihr es nicht einmal selbst aus, wenn ihr Lust auf neue Rezepte habt und individuell angepasste Gerichte kochen möchtet? Die App findet ihr hier.
 
 

[1] Food Innovation Group: Bon Appétit and Epicurious: We Spent a Year Cooking With the World’s Smartest Computer — and Now You Can, Too (http://www.bonappetit.com/entertaining-style/trends-news/article/chef-watson-app)

blueSound – ein beeindruckendes Projekt

In unseren Reihen gibt es viele engagierte Mitarbeiter und Vollblutinformatiker, die auch noch nach Arbeitsende die Welt verbessern möchten – so auch Paul, Roman, Carmen und Christian (siehe Foto v.l.n.r.). 🙂 Sie arbeiten seit Wochen an ihrem blueSound-Projekt, das hörgeschädigten Menschen helfen soll, Meetings zu verfolgen. Die Idee ist es Protokolle dieser Meetings zu erstellen, bei denen eine Sprecher-Erkennung erfolgt. blueSound-TeamDiese wird dann im Protokoll durch verschiedene Farben für jeden Sprecher visualisiert. Außerdem kann man vergangene Protokolle aus einer Datenbank abrufen.
Dass diese Meetingprotokolle nicht nur für hörgeschädigte Personen hilfreich sind, ist selbstverständlich, wer wünscht sich denn kein nachvollziehbares Protokoll für anstrengende Meetings? Da passt man einmal nicht auf und schon hat man sich freiwillig für eine Aufgabe gemeldet, die man im Nachhinein nicht mehr ganz zusammenbekommt. 😉
Das IBM Services Center unterstützt die Vier tatkräftig – gibt ihnen Feedback und entwickelt Zukunftspläne für das Projekt.
Auf die technische Umsetzung werde ich jetzt nicht genau eingehen können, nur soviel sei gesagt – zusätzlich zu unseren Technologien Bluemix und Watson wird eine Speaker Identification verwendet, die das Modular Audio Recognition Framework nutzt. Umgesetzt ist das Ganze nativ für Android 4.4.
Wir freuen uns das blueSound-Team unterstützen zu können und reichen den mit Augenringen gezeichneten Mitglieder gern mal einen Kaffee und erklären ihnen, wo man sich thematisch gerade im Meeting befindet, damit sie ihre Leidenschaft leben und erfolgreich damit werden können. 🙂

Gamification – Eine Idee vorwärts…

, die bei uns im Center zukünftig eine wichtige Rolle einnehmen wird. Aber Moment – Was ist Gamification eigentlich?

Als Gamification beschreibt man Ideen, die den Spieltrieb des Menschen nutzen, um deren Innovationskraft und Motivation zu steigern. Hierbei sollen spielerische Elemente Mitarbeiter anspornen und Kunden stärker binden. Dabei werden Kreativität und Energie freigesetzt, um feste Strukturen zu überwinden und Neuerungen hervorzubringen. Zudem macht es Spaß, sich untereinander zu vergleichen und dabei sein Umfeld zu vergessen.

In der Praxis gibt es bereits viele Erfolgsbeispiele, eines lieferte 2011 die University of Washington in Seattle. Deren Computerspiel Foldit kombiniert menschliche Intuition und Spieltrieb mit verteiltem Rechnen. Die Teilnehmer falten – ohne dass spezielle Vorkenntnisse nötig sind – im Spiel lange Ketten aneinandergereihter Aminosäuren zu virtuellen Proteinen. Wer „bessere“ Proteine faltet, bekommt mehr Punkte. Berichten zufolge gelang es den rund 46.000 Foldit-Mitspielern innerhalb von zehn Tagen, die Struktur eines HIV-ähnlichen Affenvirus zu entschlüsseln. Forscher hatten sich vorher über 15 Jahre lang daran versucht. Selbst SAP, die US-Army, Ebay usw. haben den Nutzen der Gamification erkannt.

Deshalb ist auch das ISC-Magdeburg bestrebt mittels Gamification Geschäftspartnern die Möglichkeit zu bieten, Monotonie zu durchbrechen, Innovationen zu fördern, Freiräume zu schaffen und durch den Spieltrieb Entwicklungskompetenzen zu entwickeln.


 

Interessante Links zum Thema

Beispiele Gamifizierung1: www.enterprise-gamification.com

Beispiele Gamifizierung2: http://www.adtractive.de/digitale-spielwiese/2012/10/14/beispiele-gelungener-gamification-best-cases/

Artikel: http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-790893.html

Studie Gamification 2020: pewinternet.org/Reports/2012/Future-of-Gamification.aspx

ISC beim 15. RoboCup in Magdeburg

By Julia

Vom 23. bis 26. April 2015 fand in Magdeburg die 15. RoboCup German Open statt, bei dem Teams in verschiedenen Kategorien mit ihren Robotern gegeneinander antraten. Aus dem ISC Magdeburg waren Julia, Sebastian und Denny live dabei. Dort haben wir als Schiedsrichter für die Kategorie Soccer Junior Deutschlands IT-Nachwuchs unterstützt. Die besten Teams haben sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert und werden dieses Jahr in China gegen ihre internationalen Konkurrenten antreten.
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Schon am Donnerstag konnten wir uns bei der Schiedsrichterschulung auf den RoboCup vorbereiten und einige weitere Schiedsrichter kennenlernen bzw. wiedertreffen. Am Freitag ging es dann auch gleich in die Vollen. Also bewaffneten wir uns mit Spielprotokoll, Stoppuhren, Pfeifen und einem Infrarot-Ball und schritten zur Tat. Vor jedem Spiel überprüften wir alle teilnehmenden Roboter auf ihre Abmaße, Gewicht, Schusskraft und Akkuspannung, bevor es losging.

Im Gegensatz zum normalen Fußballspiel gibt es hier für den Ball kein Aus, sondern nur ein „out of reach“, bei dem wir den Ball wieder an einem fairen Punkt ins Spiel brachten. Verhängnisvoll war es jedoch, wenn wir einen Roboter außerhalb der Spielfläche erwischten, dann wurde dieser zur Strafe eine Minute aus dem Spiel genommen. Nachgefragt bei einem Team, bei dem fast durchgehend beide Roboter aus dem Spiel waren, war der Teamcaptain sehr enttäuscht von dem absehbaren Ausgang des Spiels. Die Teams investieren nicht nur viel Zeit sondern auch Ideen und Technik in ihre Roboter. Daher ist es besonders ärgerlich, wenn die kürzlich eingebauten „Innovationen“ die Robots teils außer Gefecht setzen oder Sensoren in letzter Minute ausfallen. Auch bei Fouls „Pushing“ oder, wenn beide Roboter im eigenen Torbereich waren „multiple defense“, mussten wir einschreiten.
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Robocup4Einige Spiele waren auch für uns sehr spannend. Wenn beide Teams gleichstark in ihrer ausgeklügelten Taktik alle Regeln gut umgesetzt hatten, gab es ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Punktetafel. Besonders eindrucksvoll war es, dass bereits Schüler ab acht Jahren für die Roboter eine Künstliche Intelligenz entwickeln, die es den Robotern erlaubt während der beiden Halbzeiten von jeweils zehn Minuten völlig ohne manuelles Eingreifen gegeneinander anzutreten. Insbesondere bei den knappen Spielen mussten wir uns als Schiedsrichter Diskussionen stellen und auch durchsetzen. Da jedoch die erste Regel der Schiedsrichter besagt, dass der Schiedsrichter immer Recht hat, waren die Diskussionen schnell beendet.

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Robocup6In den Pausen zwischen den Spielen konnten wir auch bei den anderen Junior-Wettbewerben zusehen und nutzten die Gelegenheit, die anderen Schiedsrichter noch besser kennenzulernen. Teams der Kategorie Dance stellten ein Programm im Bereich Tanz oder Theater mit ihren Robotern vor. In dieser Kategorie gewinnt das Team mit der besten und kreativsten Vorstellung. Im Bereich Rescue Junior geht es vorrangig darum, einen Parcour mit oder ohne Hindernissen in kürzester Zeit zu absolvieren und dabei Aufgaben „zur Rettung von Gegenständen“ zu lösen. Der Parcour besteht dabei aus einem mit Wänden begrenzten Labyrinth oder durch Markierungslinien auf einem planen Untergrund, die vom Roboter eigenständig erkannt werden sollen.

Beim Abstecher in die Major-Halle konnten wir Entwicklungen im Bereich Haushalts- und Industrieroboter beobachten. Aber auch für die Majors gibt es Wettbewerbe, in denen sie gegeneinander antreten. Im Soccer Major treten Humanoide gegeneinander an. Während sich bei den Juniors die Roboter auf Rollen fortbewegen können, müssen die Majors zusätzlich die Fortbewegung auf zwei Beinen meistern. Außerdem ist es bei den Junior- Teams möglich, die Torfarben (blau oder gelb) als Zielorientierung zu nutzen, die Major- Roboter müssen sich unabhängig davon auf dem Spielfeld selbstständig orientieren.

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So hatte die Verfolgung des Ziels – Roboter treten 2050 gegen die Deutsche Nationalelf an – in diesem Jahr die Auswirkung, dass die Roboter erstmalig auf Kunstrasen gegeneinander antraten oder viel mehr hinfielen. Auf dem Kunstrasen gab es also mehr die Kunst des eigenständigen Aufstehens zu sehen als ein tatsächliches Fußball-Spiel!
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Beim Rescue Major ist es das Ziel, dass Roboter in Trümmern eigenständig nach Überlebenden suchen können und die Umgebung für mögliche Rettungsaktionen erforschen. Wie auch bei den Juniors werden hier konkrete Aufgaben gestellt und die Zeit gemessen.

In der Kategorie Logistik müssen Gegenstände in einer „Lagerhalle“ entsprechend der Vorgaben positioniert werden, um die Aufgabe erfolgreich zu bestehen. Auch hier entscheidet das Gelingen sowie die Zeit über die Platzierung der Teams.

Robocup10Auf dem RoboCup trafen wir neue und alte Gesichter wieder, sahen aber auch einen Gitarre spielenden Roboter, einen Roboter, der optimal 4-Gewinnt spielt, oder Musikwünsche abspielt und dazu tanzt sowie auch eine Lichtshow passend zur Musik darbietet. Die Entwickler und Erbauer standen uns gern Rede und Antwort.

So ging auch der diesjährige RoboCup für uns sehr schnell vorbei. Es war wieder sehr schön, aber auch sehr anstrengend, denn die Füße haben sich schon nach wenigen Stunden bemerkbar gemacht. Sebastian spürte auch noch Tage später seinen Einsatz beim RoboCup, da sein heroischer Einsatz für die Spielregeln ein paar kleine Kratzer an der Hand nach sich zogen.

Und wer es in diesem Jahr nicht geschafft hat: Der Eintritt ist jedes Jahr frei und nicht nur für IT-interssierte Besucher einen Ausflug wert!