Karriere + Kind? Na klar!

Hallo Stefanie, vielen Dank, dass wir dich interviewen und etwas über deinen Arbeitsalltag erfahren dürfen. Könntest du dich unseren Lesern kurz vorstellen?  

Hi, ich bin Steffi, 33 Jahre alt, habe 2 Kinder und bin seit 2016 als Software-Entwicklerin hier im Center.

Ich habe mal Bioinformatik studiert und mein Studium 2013 abgeschlossen. Danach führte mich ein kurzer Weg ins akademische Umfeld, von dem ich aber schnell feststellte, dass ich mich da nicht wohl fühle.

Mein Weg führte mich weiter nach Magdeburg, allerdings noch nicht gleich ins CIC, sondern erstmal zu Ferchau. Ich war als Software-Entwicklerin mit C++-Schwerpunkt im Bereich GUI-Entwicklung tätig. Kurz nach meiner ersten Elternzeit dann erfolgte der Wechsel zu IBM.

Wie sieht denn dein bisheriger Werdegang im Center aus, hast du einen klassischen Weg verfolgt?

Ich bin seit 2016 als Software-Entwicklerin hier im Center in Magdeburg. Ursprünglich als C++-Entwicklerin ins Projekt gekommen, hat sich im Laufe der Zeit der Schwerpunkt auf Java verlagert, worüber ich allerdings nicht unbedingt traurig bin. 😉

Ich bin gleich zu Beginn meiner Zeit hier in einem agiles Entwicklungsteam gelandet und habe im Center die agile Softwareentwicklung kennen und lieben gelernt.

Nun bist du ja seit einigen Monaten eine CIC Mutti, d.h. hast während deiner Arbeit bei uns ein Kind bekommen und bist frisch aus deiner Elternzeit zurück. Wir würden gern wissen, wie du nun das Arbeiten empfindest. Hat sich viel für dich verändert? 

Da das ja mein zweites Kind ist, wusste ich schon was auf mich zu kommt. 😉 Aber mit zwei Kindern ist es doch noch etwas anstrengender geworden. Zumal ich ja auch nicht aus Magdeburg komme und Pendlerin bin. Da wird die Zeit in der Woche, die man mit den Kindern hat, schon sehr knapp.

Nichtsdestotrotz habe ich mich sehr darauf gefreut, nach der Elternzeit wieder arbeiten zu gehen und daran hat sich auch nichts geändert. Ich arbeite wirklich sehr gerne hier.

In wie weit hat dich das Center beim Wiedereinstieg unterstützt?

Natürlich muss man sich nach der langen Abwesenheit erst einmal wieder ins Projekt einarbeiten und dabei haben mich meine Kollegen wirklich super unterstützt.

Ich bin direkt wieder voll eingestiegen, es gibt aber auch die Möglichkeit der Teilzeit.

Flexible Arbeitszeiten und auch die Möglichkeit auf Home Office sind gerade für mich als Pendlerin sehr wichtig. So schaffe ich es zum Beispiel einen Kinderarzttermin wahr zu nehmen und danach trotzdem noch meine Arbeit zu schaffen.

Hat sich etwas an deinem Karrierepfad geändert oder kannst du weiterhin deinen Weg verfolgen? 

Ich kann meinen Weg weiter verfolgen und habe alle Möglichkeiten mich weiterzuentwickeln. Die Tatsache, dass ich Kinder habe, spielt dabei meiner Erfahrung nach kein Rolle. So habe ich zum Beispiel direkt nach dem Wiedereinstieg hier die Chance bekommen und wahrgenommen Teamleiter zu werden.

Gibt es trotz allem etwas, was verbessert werden könnte?  

Bei vielen Arbeitgebern gibt es heute eine Zuzahlung zum Kita-Platz. Das ist eine Sache, die mir hier fehlt und ich mir wünschen würde.

Wie siehst du deine Zukunft im CIC? Hast du einen Plan für die nächsten Jahre?

Für mich auf dem Plan steht als nächstes die OCA -Zertifizierung, die ich vor der Elternzeit nicht mehr geschafft habe.

Außerdem will ich das Center als Trainer im Bereich Agile unterstützen und habe auch schon erste Schritte in diese Richtung gemacht. 

Vielen Dank, Steffi, dass du uns von deinem Alltag als Software-Entwicklerin und CIC Mutti berichtet hast. Wir freuen uns immer wieder über frischen Center-Nachwuchs und wünschen euch alles Gute und eine schöne Zeit. 

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Das erste CIC GoKart-Rennen in Magdeburg

Die Kollegen haben gewählt. 😉 Im Januar dieses Jahres wurden wir gefragt welche Events wir gern im CIC umsetzen wollen und konnten für über 50 Ideen abstimmen. Unter den Top 3 befanden sich das Sommerfest, die Weihnachtsfeier und ein Event, das bisher noch nicht statt fand – ein GoKart-Rennen. Anfang April war es dann soweit. Florian und Benjamin berichten.

Nach Feierabend trafen sich alle Interessierten und Rennfahrbegeisterten am Rennring Magdeburg, um nach einer kurzen Einweisung durch das Personal und der Einteilung der Leute in die entsprechenden Gruppen den Sieger der Kartbahn zu ermitteln.

In zwei spannenden Rennen gab es für jeden eine Herausforderung. Im ersten Rennen, der Ladies/Gentlemen Runde war das klare Ziel der Spaß am Motorsport und so ließen sich viele der Teilnehmer hierfür begeistern. Schon nach kurzer Zeit haben sich hier einige Favoriten herausgestellt, welche schlussendlich auch das Rennen gewonnen haben – Jenny, Björn und Sebastian (1. bis 3. Platz).

Im zweiten Rennen ging es dann um die Pokale für die Erstplatzierten.  Hier wurde sich nichts geschenkt und auch die Zeiten der Beteiligten lagen dicht beieinander. Doch am Ende konnte es nur einen Sieger geben.

Die glücklichen Sieger Sebastian, Florian und Thomas (von 1. bis 3. Platz)

Der Muskelkater am nächsten Tag ließ die Kollegen auch noch nach dem Event an das Ereignis zurückdenken.
Wir bedanken uns für die Beteilung der Kollegen und hoffen auf eine mindestens jährliche Wiederholung. 😉

Unser Familienosterbasteln ging in die nächste Runde

Draußen scheint die Sonne, im Supermarkt gibt es wieder bunte Eier zu kaufen und überall sieht man Osterhasen-Schokolade. Die perfekte Stimmung, um zum CIC-Osterbasteln einzuladen. Letzte Woche haben wir die erste Etage des Magdeburger Centers in ein Bastel- und Rätselparadis für Groß und Klein verwandelt.

Die kleineren Kinder konnten sich an unserem Fingermalfarben-Hühnchen probieren und sich und die Eltern mal so richtig einsauen. 😉

Bei den anderen Stationen war einiges an Bastelgeschick gefragt. Mit Schere, Schablone und Glitzerstiften entstanden süße Falthäschen für den Balkon oder auch als Geschenk für die Großeltern.

Außerdem haben wir uns an Watteschafen zum Aufhängen probiert, die die Königsdisziplin der Bastelstationen darstellte.

Als Eltern und Kinder ihre Ergebnisse trocknen ließen – Glitzer braucht eben seine Zeit 😀 – eröffneten wir die Schnipseljagd. An drei Stationen konnten sich die Kinder Stempel verdienen, die sie später beim Osterhasen für ein Geschenk einlösten. Sie mussten dafür ein Bilderpuzzle lösen, Tiergeräusche erraten und ein kleines Quiz beantworten. Hatten sie alle Stempel eingesammelt, bekamen die Kinder ein Passwort, das sie zu ihrem Ostergeschenk führte.

Ich denke allen Kindern und Eltern hat es Spaß gemacht, die durchaus auch mal kniffligen Rätsel zu lösen und ein kleines Ostergeschenk mit nach Hause zu nehmen. Vielen Dank an die Bastelhelfer und die Eltern, die sich an unserem Buffet beteiligt haben, damit uns an nichts fehlte. Ich hoffe wir halten diese Tradition noch lange aufrecht und sehen uns zum Weihnachtsbasteln Ende diesen Jahres wieder.


Cloud Native-Bootcamp


Vom 27. – 29. März 2019 fand das erste Bootcamp zum Thema Cloud Native bei uns in Magdeburg statt. Was der Inhalt dieses Bootcamps war und was Container, Orchestrierung und Microservices sind, erklärt uns heute Christian.

Im vollbesetzten Schulungsraum haben wir uns mit 20 Lernenden und 2 Trainern intensiv mit Entwicklungstechniken, Teamkultur und verschiedenen Cloud-Anbietern beschäftigt.

Was heißt eigentlich Cloud Native? Ich kann mir einen IBM Cloud Account besorgen, dort meine Applikation laufen lassen und fertig bin ich? Nein, denn: Cloud Native betrifft jeden Aspekt der Entwicklung, von Architektur/Design über Implementation, Deployment und Operation. Generell zeichnet sich Cloud Native durch 3 Kernpunkte aus:

  1. Containerisierung: Jeder Teil (Applikation, Prozesse, usw) läuft in einem eigenen Container. Dies erlaubt Reproduzierbarkeit, Transparenz und die Isolation von Resourcen
  2. Dynamische Orchestrierung: Container werden aktiv geplant und gemanaged, um Resourcenauslastung zu optimieren
  3. Microservices: Applikationen werden in Microservices aufgeteilt. Dies erhöht Agilität und Wartbarkeit drastisch.

Eine Microservice-Architektur erlaubt kleinen Teams mit wenigen Entwicklern, sich auf genau einen Business Need einer Gesamtapplikation zu konzentrieren. Hierbei sind sie unabhängig von anderen Teilen des Gesamtprojekts z.B in der Wahl der Programmiersprache oder der Datenbank, beides kann optimal zur Umsetzung des Services gewählt werden. Abhängigkeiten zu anderen Teilen der Applikation bestehen nur über definierte Schnittstellen, wodurch eine lose Kopplung entsteht. Jeder Microservice kann individuell gebaut, deployed, versioniert, released und gemanaged (scaling, load balancing, usw) werden.

Wie ein Microservice in einer Gesamtapplikation agiert, konnten wir dann am eigenen Leib erfahren: Im Microservice Game schlüpfte jeder Teilnehmer in die Rolle eines Microservices aus einem Online Shop. Zum „Start“ der Applikation meldet sich jeder Service bei einem Discovery Service an, damit die anderen Services dort seine IP (seinen Namen) herausfinden können. Zur Fehlertoleranz gibt es natürlich mehrere, die sich nach dem Systemstart synchronisieren müssen. Auf die Anfrage „User xxx möchte seinen Warenkorb auschecken“ folgte großes durcheinanderlaufen: „Hallo DiscoveryService, ich bin ein CheckoutService, wo finde ich den ShoppingCartService, PricingService und ShippingService?“. In diesem Spiel wurde klar, auf was ein Entwickler bei der Umsetzung eines Services achten muss: Kommuniziere ich synchron oder asynchron? Kann ich Multitasken? Wie reagiere ich, wenn ein Service nicht mehr antworten kann? Kann ich vorherige Anfrageergebnisse cachen?

Um den Entwicklungsprozess so schlank und fokussiert wie möglich zu halten, werden zwei Techniken eingesetzt: Xtreme Programming (XP) und Test-Driven Development (TDD). XP ist noch schlanker als das bekannte SCRUM: Iterationen des Produkts dauern nur eine Woche und werden kontinuierlich aus dem Backlog gepullt. Ein Team besteht hier am besten immer aus Paaren (außer dem PO), und Aufgaben werden grundsätzlich zu zweit bearbeitet. Die Entwickler schreiben Code immer zu zweit, sodass während der Entwicklung gleichzeitig ein Code-Review und steter Wissenstransfer stattfindet. TDD bedeutet: Für neuen Code wird zuerst ein Test geschrieben, und dann der minimale Code, der den Test erfüllt. Dies hat gleich mehrere Vorteile: Gut getesteter Code hat weniger Bugs (reduziert Folgekosten), es gibt Sicherheit bei weiteren Änderungen nichts kaputt zu machen und gut geschriebene Tests dienen auch als Dokumentation der Funktionsweise einer Klasse. Wichtig ist, dass Tests automatisiert nach jedem Build laufen. Hierfür sollte in jedem Fall eine Continuous Integration/Continuous Delivery (CI/CD) Pipeline existieren, die Code Changes erkennt, einen Build startet, testet und das Produkt deployed. Einen eindrucksvollen Einblick in eine gesamte Unternehmenskultur, die auf die Entwicklung von Microservices ausgelegt ist, bietet Spotify in diesem Video.

Wie angesprochen wird ein Microservice einer Cloud Native App in einem Container deployed. Der de-facto Standard hierfür ist Docker. Eine Containerengine erlaubt es, jedweden Inhalt in einen portierbaren, autarken Container zu kapseln, der über Standardoperationen konfiguiert und konsistent auf jeder Hardwareplattform laufen kann. Container Images sind sehr einfach zu handhaben (create, delete, start, stop) und da sie den OS Kernel (in separierten Prozessen) teilen, sind sie kleiner und „leichter“ als virtuelle Maschinen. Außerdem ist ein Container gleichzeitig eine unveränderliche Einheit und damit auch eine Version einer App oder eines Services.

Wenn nun eine Applikation aus mehreren Microservices besteht, die jeweils in einem Container verpackt sind, muss sich noch um die Orchestration der gesamten Applikation gekümmert werden. Container Orchestration meint die Verwaltung und Ausführung aller Aufgaben rund um den Lifecycle eines Containers, beginnend bei Deployment, Cluster Management, Scheduling, Service Discovery, Replication und Health Management. In der IBM Cloud wird dafür Kubernetes genutzt. Kubernetes ist 100% Open Source, bietet eine einheitliche API zum Deployen von WebApps, Batch Jobs und Datenbanken und bietet ein riesiges Ecosystem an Plugins für jeden Bedarf. Ein Kubernetes-Cluster besteht aus einem Master Node und mehreren Worker Nodes. Einzelne Container laufen auf den Worker Nodes in sog. Pods, während der Master Node den API Zugang zur Kontrolle des Clusters bietet. Zur Installation eines Kubernetes-Clusters wird Helm genutzt. Helm ist ein Package Manager für Kubernetes wie z.B. pip für Python oder Homebrew für Mac. Leider konnten wir hier auf Grund der kurzen Zeit nicht näher drauf eingehen.

Neben den vielen Hand-On Sessions haben wir viele Service-Angebote nicht nur der IBM Cloud, sondern auch von AWS und Azure erhalten. An dieser Stelle möchte ich nochmal den beiden Instruktoren Roman Strachowski und Grigorij Kaplan für das lohnende und lehrreiche Bootcamp danken.

Headerbild-Referenz: https://www.ibm.com/cloud-computing/learn-more/get-started-garage-method/

Wer oder was ist ein „Learning & Knowledge Lead“?

In großen Unternehmen nutzen irgendwann alle das gleiche Vokabular. „Hast du deinen HP schon gecheckt?“ „Wie sieht das QTD aus?“ Irgendwann kommunizieren alle nur noch über Abkürzungungen und haben ein gemeinsames Verständnis über ihren Inhalt. Aber gerade New Hires oder Bewerber kann das schon mal überfordern. Und deswegen ergründen wir heute die Abkürzung „L&K“.

Hallo Marco, würdest du dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Hallo, gern. Ich kam 2015 als Praktikant im Rahmen meiner Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ins Unternehmen und bin geblieben. 😉 Seit dem bin ich im gleichen Cloud Managed Services Team wie Sebastian und unterstütze als Systemadministrator und Service Manager. Nebenbei bedienen wir verschiedene Kunden und können immer mal wieder in eine andere Branche hineinschnuppern, wie aktuell bei einem Marketing-System eines Versandhandelunternehmens. Seit 2017 bin ich außerdem Career Coach.

Neben deiner Jobrolle hast du ja auch den Titel „Learning & Knowledge (kurz L&K) Lead“ inne. Wie bist du eigentlich dazu gekommen?

Als letztes Jahr die Practice Transformation unseres Centers eingeleitet wurde, wollte ich mich gern beteiligen und bin gegen Ende 2018 verantwortlich für den L&K-Bereich geworden.

Welche Aufgaben und Verantwortungen hat so ein „L&K Lead“ und was umfasst der Bereich „Learning & Knowledge“ insgesamt?

Den größten Teil nehmen eigentlich Abstimmungen mit den Practice Leads, dem Center und Operations Lead und natürlich den Trainern ein. Wir einigen uns dabei auf Trainings für die Mitarbeiter, die intern und extern ausgeführt werden, z.B. auch für Zertifizierungen etc. Zu nennen wären da vielleicht ITIL, Scrum, ISTQB oder OCA. Dann muss natürlich eine Budgetplanung für das Quartal/Jahr stattfinden und eine Priorisierung festgelegt werden. In den Bereich „L&K“ fallen aber auch Themen wie Konferenzbesuche, die Karrierepfadausarbeitung und das Sicherstellen, dass die Schulungen auch angeboten werden, die die Mitarbeiter brauchen.

Insgesamt sind wir für den Skillaufbau des Centers zuständig.

Machst du das alles alleine?

Nein, zum Glück nicht. Ich bin sehr stolz darauf ein super L&K-Team zu haben!

Unser Team besteht aus Julia (Software Developerin), Jeanne (Talent Acquisition Specialist), Raluca (Learning Consultant for CIC Germany & CIC Austria) und mir. Abgesehen vom Budget arbeiten wir zusammen an allen Themen.

Welche Kenntnisse muss man mitbringen, um die Rolle des „L&K Lead“ ausführen zu können?

Man sollte schon ein gewisses Händchen für Zahlen haben und ein wenig Menschenkenntnis. Hierbei geht es um „Employee first.“

Gibt es dabei besondere Herausforderungen, die du meistern musst?

Es ist schon herausfordernd so ein Thema neben dem Projekt zu stemmen, das erfordert viel Zeitmanagement. Natürlich möchte ich alle glücklich machen, soweit es geht. Ich versuche alles so gut wie möglich unter einen Hut zu kriegen.

Kannst du etwas aus der Erfahrung als „L&K Lead“ mitnehmen und in deinem Projektalltag anwenden?

Ja, natürlich das Zeitmanagement und das Pflichtbewusstsein. Außerdem hilft das Prozessmanagement und die richtige Priorisierung.

Und abschließend, was gefällt dir besonders gut an deiner Rolle?

Am meisten gefällt es mir das Center voran zu bringen. Ich kann die Karrieren und den Skillaufbau der Kollegen fördern und freue mich immer wieder über gute Resonanz. Ich mag die Verantwortung allen gegenüber und challenge mich immer wieder neu.

ITIL? Was war das gleich nochmal?

Wie auch letzte Woche stand diese unter dem Motto „Center Trainings“. Diesmal ging es um die „Information Technology Infrastructure Library“ (kurz ITIL) und ihre Anwendung in der Praxis. Auch dieser Kurs diente der Vorbereitung auf eine Zertifizierung – ITIL Foundation V3 – und wurde von unserem Kollegen Marcus gehalten.

Hallo Marcus, du bist neu im Kreise der Center Trainer. Kannst du dich bitte kurz vorstellen?

Natürlich, gern. Ich bin Marcus und aktuell Projektmanager für ein Projekt im Bankenumfeld. Ich bin seit 4,5 Jahren beim CIC und habe davor Wirtschaftsingenieurwesen in Magdeburg studiert. Da ich während des Studiums einen SAP-Kurs belegt habe und aufgrund weiterer passender Studieninhalte, habe ich mich damals für ein Wolfsburger Projekt im CIC beworben. Dort habe ich dann tiefe Einblicke ins Service Management bekommen, da sich das Projekt mit der Wartung einer bestehenden Software beschäftigte. Nachdem das Projekt dann endete, war ich ebenfalls in Wolfsburg in einem Projekt und dort unter anderem stellvertretender Service Manager. Um die Praxis mit der Theorie zu untermauern, habe ich dann die ITIL-Zertifizierungsstufen durchlaufen.

Was hat dich dazu bewogen eine ITIL-Schulung zu geben und wie hast du dich auf deine Rolle als Trainer vorbereitet?

Da ich mich letztendlich auch als ITIL Expert habe zertifizieren lassen, fragte mich das Center, ob ich Lust hätte ein Foundation Training für die Kollegen zu geben.

Zur Vorbereitung auf das Training habe ich die Trainingsinhalte und Life Cycle Phasen zusammengestellt, aufbereitet und in einer Präsentation vorbereitet. Diese habe ich dann an 7 „freiwilligen“ Zuhörern getestet. Das Feedback dieser Kollegen konnte ich dann wunderbar für die kommende Schulung verwenden. Außerdem konnte ich die Schulungssituation schonmal vorab üben und hier und da Verbesserungen vornehmen, gerade in Bezug auf ITIL-Neulinge.

Wie auch bei Theresia, war Mandy mein Trainingscoach. Daher konnte ich auf erfahrenes Wissen zurückgreifen, gerade wenn es um lebendige Schulungen geht. Ich habe mit ihrem Input die Schulung interaktiver gestaltet, sodass sich der Inhalt besser festigt. Die Kollegen konnten somit das Wissen gemeinsam ausarbeiten und hoffentlich verinnerlichen.

Was war der Inhalt deiner Schulung und wer gehörte zu den Teilnehmern?

Die Schulung zielte darauf ab einen Überblick des ITIL Frameworks zu allen dazugehörigen Prozessen und Funktionen zu geben.

Die Teilnehmer waren eine bunte Mischung aus erfahrenen und unerfahrenen ITIL-Kennern, daher habe ich oft auf Praxisbeispiele zurückgegriffen, um die Prozesse anschaulicher darzustellen.

Gehört zu deinem Kurs auch eine konkrete Zertifizierung?

Ja, ITIL Foundation V3. Nach dieser Schulung kann und soll die Zertifizierung abgelegt werden. Die Teilnehmer können dann auf dem Pfad zum ITIL-Experten weitergehen.

Zu was befähigt die ITIL-Schulung (z.B. auf Jobrollen bezogen) und für wen empfiehlst du sie?

Die Schulung gibt einen Überblick über Prozesse, Prozessgruppen, Abteilungen etc., um einen guten Service zu gewährleisten. Sie ist eigentlich für Jedermann nützlich, ob man nun ein Entwickler oder Service Manager ist. Jeder, der nach Prozessen arbeitet kann sich damit einen Überblick über Workflows und Prozesse verschaffen.

Gab es irgendwelche Stolpersteine und Herausforderungen, die du bewältigen musstest?

Herausfordernd war die Situation als Trainer zu arbeiten, da ich bisher nur Erfahrungen aus der Unizeit hatte. Wie bereitet man ein Thema vor? Wie macht man es für alle Teilnehmer verständlich?

Gibt es etwas, das du den Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?

Für mich war es eine wertvolle Erfahrung sich auf die verschiedenen Charaktere einzustellen und ich hoffe, dass jeder der Teilnehmer jetzt in der Lage ist dem Kunden einen Mehrwert zu bringen. 😉

„Scrum in der Praxis“ ist nicht leicht – Zertifizierung zum Professional Scrum Master

Diese Woche drehte sich bei mir alles um das Thema Scrum. Was ist Scrum? Wer gehört zu einem Scrum Team? Wann ist Scrum sinnvoll? Und ganz wichtig, was macht eigentlich der Scrum Master? Um all diese Fragen und mehr zu beantworten, hat das Center einen Trainer eingeladen, der uns das ganze Thema näher bringt und uns auf die Zertifizierung zum Professional Scrum Master vorbereitet. Mit mir waren es 15 Leute, die die Zertifizierung als Festigung ihrer gerade besetzten Rolle oder als Vorbereitung auf die zukünftige Jobrolle erlangen wollten.

Im ersten Moment erscheint der Scrum-Prozess einfach, übersichtlich und gut anwendbar auf vielerlei Projekte und das entspricht in der Theorie vermutlich auch der Wahrheit. Doch schaut man einmal in die Praxis, sieht diese ideale Blase doch etwas anders aus. Da werden hier und da einige Anpassungen durchgeführt, wie unser erster Beitrag zum Thema Scrum zeigt.

Scrum funktioniert fantastisch, wenn alle Rollen gemäß dem Framework richtig besetzt, ausgeführt und die Events und Artefakte genau so umgesetzt werden wie beschrieben. Dann gibt es eine enorme Steigerung der Effizienz und der Transparenz innerhalb des Projekts. Nach jedem Sprint gibt es ein neues, funktionierendes Inkrement des Produkts, das je nach Belieben auf den Markt gebracht werden kann. Die Entwickler des Development Teams können sich kreativ auslassen, ihre Mittel selbst wählen und eine hohe Qualität halten. Der Scrum Master begleitet den Prozess, verfeinert an der ein oder anderen Stelle und achtet darauf, dass alles nach Framework läuft. Kommen wir nun zum Product Owner (kurz PO). Scrum stellt sich vor, dass der PO aus dem Unternehmen des Dev. Teams und des Scrum Masters kommt. Doch dies ist leider nicht immer umsetzbar und da kommt die Realität ins Spiel. Der häufigste Punkt, der in der Schulung zum „Aber“ führte war die Besetzung des Product Owners. Stellt der Kunde nämlich den PO, hat er meist mehrere Rollen in seiner Firma zu besetzen. Vermutlich ist er Fachbereichsleiter oder Abteilungsleiter, fachlich sehr kompetent und dementsprechend die beste Wahl für den PO, der ja für alle Fragen des Dev. Teams zur Verfügung stehen soll. Die Praxis zeigt nun, dass der PO eben nicht jederzeit erreichbar ist und sich tagtäglich um das Product Backlog kümmert und es ausdefiniert. Somit hängt das Development Team in der Luft und wartet auf Anforderungen, Erläuterungen oder einfach Entscheidungen und der Prozess verlangsamt sich. Dass der PO einen guten Draht zu den Stakeholdern, also den Kunden und allen Betroffenen hat, steht außer Frage, aber die Kommunikation zum Entwicklungsteam ist eventuell gestört und der Kunde bekommt indirekt Mitspracherecht bei der Umsetzung der Entwicklungslösung. Das kann zu Druck führen, der eigentlich vom Entwicklerteam fern gehalten werden soll. Der Scrum Master kann die Impediments des Teams nur ausräumen, wenn er Antworten bekommt. Und das Dev. Team kann nur in guter Qualität liefern, wenn der Kunde ihm freie Hand in der Auswahl von Werkzeugen, Abhängigkeiten oder anderem lässt. Der Kunde muss darauf vertrauen, dass das Scrum Team die beste Lösung für sein Produkt liefert, natürlich entsprechend seinen Vorstellungen, aber eben ohne Vorgabe wieviel Story Points in einem Sprint umgesetzt werden müssen oder wie sie was umsetzen sollen.

Somit kippt das Idealbild des Scrum-Frameworks ein wenig, wenn man entgegen den Empfehlungen von Ken Schwaber and Jeff Sutherland agiert. Auch, wenn diese Betrachtungsweise negativ klingt, ist die Besetzung des Product Owners vermutlich der einzige Punkt, den man in der Praxis nicht beeinflussen kann. Außerdem kann es durchaus auch gut klappen, wie unser Beitrag zum Thema Sprintende zeigt.

Scrum bietet so viele empirisch belegte Best Practices, die das Projekt unweigerlich zum Erfolg führen müssen. 😉 So mein Eindruck. Time boxed Events, Transparenz gegenüber dem Fortschritt, ständig vorzeigbare Produktversionen, schnellere Fehlerkorrektur und vieles mehr. Scrum bietet so viele Vorteile, dass man kaum Nein sagen kann, wenn es als Framework in Frage kommt.

Und mit dieser positiven Stimmung gingen wir dann auch an die Prüfung für die Zertifizierung heran. Wir wussten nun, was wir als Scrum Master zu tun haben, haben unsere Praxisbeispiele auf Herz und Nieren geprüft und das Open Assessment mit 100% bestanden. Gemeinsam haben wir nochmal den Stoff Revue passieren lassen und uns dann dem Ernst der Lage gestellt. Mit Erfolg. Alle 15 Teilnehmer dürfen sich nun Professional Scrum Master nennen. Das verdanken wir unter anderem auch unserem aufgeschlossenen Trainer Andreas, der mit seinen Anekdoten die Schulung aufgelockert und uns die Wichtigkeit von Pausen gelehrt hat. 😉

Zu einer Stunde Lernen gehört stets eine 10-minütige Pause.

An dieser Stelle nochmal Dankeschön und Sorry, dass wir deinen Zeitplan mit unseren vielen Fragen gechallenged haben.

Wir haben euer Interesse für Scrum geweckt? Dann schaut doch mal bei unseren anderen Beiträgen aus der Reihe Scrum in der Praxis vorbei.

Scrum in der Praxis: Teil 1, der erste Sprint
Scrum in der Praxis: Teil 2, das Sprintende
Scrum in der Praxis: Teil 3, die Retrospektive oder Lego-Duplo am Arbeitsplatz
Scrum in der Praxis: Teil 4, a day in the life …Scrum Developer