Learner Centered Training – Eine „Train the Trainer“ Schulung mit Enten, Gazellen und Löwen

Vor kurzem konntet ihr hier im Blog über Erfahrungen unseres Trainers Marcel lesen, die ihn bis nach Indien führten. Eindrücke, die auch unsere Kollegin Mandy motivierten selbst Trainer zu werden. Einige ihrer Impressionen aus der Trainerausbildung teilt sie heute mit uns.

by Mandy

Wer sich die Arbeit in einem IT Unternehmen als wenig abwechslungsreich vorstellt und denkt, bei uns wird den ganzen Tag nur programmiert, wird im CIC vom Gegenteil überzeugt. Denn neben dem täglichen Projektgeschäft und dessen Kern, der Softwareentwicklung, gibt es für CIC-Mitarbeitende vielseitige Möglichkeiten sich in anderen Rollen auszuprobieren. Wie zum Beispiel für mich und 16 weitere Kollegen, die an der Schulung „Learner Centered Training“ teilnahmen. Denn in diesem Kurs wird man dafür ausgebildet selber im Center Schulungen zu geben. Viele der Teilnehmer sollten im Rahmen unserer „Java-Masterclass“ als Trainer vor einer Gruppe neuer, wissbegieriger CIC‘ler stehen und mit ihnen die wichtigsten Kenntnisse über die Java Programmierung auffrischen und vertiefen. Darüber hinaus gibt es Mitarbeiter, die in Zukunft Soft-Skill Schulungen im Center leiten werden. Vor diesem Hintergrund starteten wir in die 1,5 tägige Schulung. Das Ziel bestand darin Fähigkeiten zu entwickeln, zu stärken und zu testen, die für den Erfolg als Trainer von entscheidender Bedeutung sind. Geleitet wurde der Kurs von unserem britischen IBM-Trainer Paul.

FullSizeRenderAls allererstes wurde diskutiert, was „Learner Centered“ (lernerzentriert) überhaupt bedeutet. Dieses Konzept, nach welchem die meisten IBM-Schulungen geleitet werden, steht im starken Kontrast zu dem altbekannten Frontalunterricht aus Schul- und Unizeiten. Im Vordergrund steht hierbei die Interaktion mit den Lernenden. Die Inhalte werden gemeinsam in Form von Partner-, Gruppen- und Projektarbeiten erarbeitet, wozu gleichzeitig die gemeinsame Erörterung, Planung und Diskussion gehört. Diesem Prinzip folgend war auch unsere Schulung, wie man Kurse lernerzentriert leitet, auf diese Art und Weise aufgebaut. In Form von verschiedenen Übungen haben wir mehr über das Konzept lernen können und gleichzeitig Anregungen und Ideen erhalten, wie man später selber als Trainer eigene Schulungen gestalten kann.

Der erste halbe Tag beinhaltete dementsprechend bereits viele interaktive Übungen. Im thematischen Fokus stand, wie Menschen lernen, welche Lern-Typen es gibt und wie man es schafft, die Aufmerksamkeit der Lernenden für sich zu gewinnen. Aber vor allem was Enten, Löwen und Gazellen in diesem Zusammenhang für Rollen einnehmen.

Zu unserer Überraschung spiegelt die Ente den Alltag eines Trainers hervorragend wider. Einerseits schwimmt IMG_7744eine Ente, für alle sichtbar, meist ganz ruhig auf der Wasseroberfläche. Andererseits, was niemand bemerkt, ist sie unter Wasser unheimlich stark am Strampeln. Fast genau wie ein guter Trainer. Nach außen Ruhe und Kompetenz ausstrahlen, obwohl im Hintergrund tausend Dinge ablaufen:

  • Die Zeit im Auge behalten
  • Die Nächste Übung gedanklich schon vorbereiten
  • Die Gruppe beobachten
  • Etc., etc., etc.

Um diese Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen zu können, ist die Vorbereitung einer der bedeutendsten Erfolgsfaktoren. Auf diese Weise sichert man sich selber ab, die entsprechende Thematik kompetent zu vermitteln und zu jeder Zeit souverän auftreten zu können. Was anhand von Pauls bildhaften Beispiel besonders deutlich wurde: Als Trainer möchte man in seinem eigenen Territorium zu jeder Zeit als Löwe auftreten und nicht zur gejagten Gazelle werden.

Auch anhand dieses Beispiels hat uns Paul einerseits einen Fakt über wichtige Trainereigenschaften vermittelt und andererseits eine sehr gute Methode gezeigt, wie man Inhalte nachhaltig in den Köpfen von Schulungsteilnehmern platziert – nämlich indem man mit Bildern und Geschichten arbeitet. Denn, wie wir am eigenen Beispiel lernen konnten, haben sich besonders die Prinzipien, die hinter Ente, Gazelle und Löwe stecken, bei vermutlich allen Teilnehmern besonders stark eingeprägt.

Die zweite Tageshälfte umfasste wie man Lernübungen im Sinne von Lernerzentriertheit aufbaut. Hierbei wurden uns weitere wichtige Werkzeuge an die Hand gegeben, die es erleichtern, eine sinnvolle und vor allem für die Lernenden nachvollziehbare Übung zu gestalten. Natürlich erfolgte dies nicht durch Frontalunterricht. Um die Werkzeuge kennenzulernen, durften wir selbst aktiv werden, uns in den Gruppenübungen ausprobieren und anschließend direkt üben, richtiges Feedback zu geben.

Abschließender Punkt auf der Agenda des ersten Tages war der Umgang mit herausfordernden Situationen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Umgang mit schwierigen Kursteilnehmern. Und auch hier wurde der Bezug zwischen Ente, Gazelle und Löwe wieder offensichtlich. Denn die richtige Vorbereitung kann meist schon ausreichen, Situationen, in denen man als Trainer zur gejagten Gazelle werden könnte, zu vermeiden. Dabei können einfache Mittel, wie die Sitzordnung und zu Beginn vereinbarte Verhaltensregeln schon hilfreich sein, aber auch das Wissen über weitere „Coping-Strategies“. Mit Paul als langjährigen Trainer konnten wir besonders zu diesem Punkt sehr von seinen Erfahrungen profitieren und viele Fragen los werden.

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Der zweite Tag bestand für uns angehende Trainer dann hauptsächlich darin, in kleinen Gruppen, eigene Trainings durchzuführen. Das bedeutete, dass wir Inhalte, die wir am vorangegangen Tag gelernt hatten innerhalb unserer Gruppe als Trainer unterrichten sollten. Dazu suchte sich jeder ein spezielles Thema aus, bereitete dies für den Rest der Gruppe vor und leitete anschließend eine eigene Mini-Schulung. Somit wurden viele der vermittelten Inhalte nochmals wiederholt und gleichzeitig konnte sich jeder als Trainer ausprobieren und eine lernerzentrierte Schulung leiten.

Durch die sehr gute Leitung des Kurses durch Paul haben wir innerhalb kurzer Zeit einen umfangreichen Überblick erhalten, wie man lernerzentrierte Schulungen geben kann. Außerdem haben wir sehr viele Anregungen mitnehmen können, welche verschiedenen Methoden man einsetzen kann, um den Teilnehmern interaktiv Inhalte zu vermitteln. Eine bessere Vorbereitung für die Rolle als Trainer hätte ich mir nicht wünschen können und aus meiner Perspektive habe ich keine Zweifel, dass alle Schulungsteilnehmer sehr erfolgreiche Enten – ähh Trainer werden!

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Ein Gedanke zu „Learner Centered Training – Eine „Train the Trainer“ Schulung mit Enten, Gazellen und Löwen

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