ISC beim 15. RoboCup in Magdeburg

By Julia

Vom 23. bis 26. April 2015 fand in Magdeburg die 15. RoboCup German Open statt, bei dem Teams in verschiedenen Kategorien mit ihren Robotern gegeneinander antraten. Aus dem ISC Magdeburg waren Julia, Sebastian und Denny live dabei. Dort haben wir als Schiedsrichter für die Kategorie Soccer Junior Deutschlands IT-Nachwuchs unterstützt. Die besten Teams haben sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert und werden dieses Jahr in China gegen ihre internationalen Konkurrenten antreten.
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Schon am Donnerstag konnten wir uns bei der Schiedsrichterschulung auf den RoboCup vorbereiten und einige weitere Schiedsrichter kennenlernen bzw. wiedertreffen. Am Freitag ging es dann auch gleich in die Vollen. Also bewaffneten wir uns mit Spielprotokoll, Stoppuhren, Pfeifen und einem Infrarot-Ball und schritten zur Tat. Vor jedem Spiel überprüften wir alle teilnehmenden Roboter auf ihre Abmaße, Gewicht, Schusskraft und Akkuspannung, bevor es losging.

Im Gegensatz zum normalen Fußballspiel gibt es hier für den Ball kein Aus, sondern nur ein „out of reach“, bei dem wir den Ball wieder an einem fairen Punkt ins Spiel brachten. Verhängnisvoll war es jedoch, wenn wir einen Roboter außerhalb der Spielfläche erwischten, dann wurde dieser zur Strafe eine Minute aus dem Spiel genommen. Nachgefragt bei einem Team, bei dem fast durchgehend beide Roboter aus dem Spiel waren, war der Teamcaptain sehr enttäuscht von dem absehbaren Ausgang des Spiels. Die Teams investieren nicht nur viel Zeit sondern auch Ideen und Technik in ihre Roboter. Daher ist es besonders ärgerlich, wenn die kürzlich eingebauten „Innovationen“ die Robots teils außer Gefecht setzen oder Sensoren in letzter Minute ausfallen. Auch bei Fouls „Pushing“ oder, wenn beide Roboter im eigenen Torbereich waren „multiple defense“, mussten wir einschreiten.
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Robocup4Einige Spiele waren auch für uns sehr spannend. Wenn beide Teams gleichstark in ihrer ausgeklügelten Taktik alle Regeln gut umgesetzt hatten, gab es ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Punktetafel. Besonders eindrucksvoll war es, dass bereits Schüler ab acht Jahren für die Roboter eine Künstliche Intelligenz entwickeln, die es den Robotern erlaubt während der beiden Halbzeiten von jeweils zehn Minuten völlig ohne manuelles Eingreifen gegeneinander anzutreten. Insbesondere bei den knappen Spielen mussten wir uns als Schiedsrichter Diskussionen stellen und auch durchsetzen. Da jedoch die erste Regel der Schiedsrichter besagt, dass der Schiedsrichter immer Recht hat, waren die Diskussionen schnell beendet.

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Robocup6In den Pausen zwischen den Spielen konnten wir auch bei den anderen Junior-Wettbewerben zusehen und nutzten die Gelegenheit, die anderen Schiedsrichter noch besser kennenzulernen. Teams der Kategorie Dance stellten ein Programm im Bereich Tanz oder Theater mit ihren Robotern vor. In dieser Kategorie gewinnt das Team mit der besten und kreativsten Vorstellung. Im Bereich Rescue Junior geht es vorrangig darum, einen Parcour mit oder ohne Hindernissen in kürzester Zeit zu absolvieren und dabei Aufgaben „zur Rettung von Gegenständen“ zu lösen. Der Parcour besteht dabei aus einem mit Wänden begrenzten Labyrinth oder durch Markierungslinien auf einem planen Untergrund, die vom Roboter eigenständig erkannt werden sollen.

Beim Abstecher in die Major-Halle konnten wir Entwicklungen im Bereich Haushalts- und Industrieroboter beobachten. Aber auch für die Majors gibt es Wettbewerbe, in denen sie gegeneinander antreten. Im Soccer Major treten Humanoide gegeneinander an. Während sich bei den Juniors die Roboter auf Rollen fortbewegen können, müssen die Majors zusätzlich die Fortbewegung auf zwei Beinen meistern. Außerdem ist es bei den Junior- Teams möglich, die Torfarben (blau oder gelb) als Zielorientierung zu nutzen, die Major- Roboter müssen sich unabhängig davon auf dem Spielfeld selbstständig orientieren.

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So hatte die Verfolgung des Ziels – Roboter treten 2050 gegen die Deutsche Nationalelf an – in diesem Jahr die Auswirkung, dass die Roboter erstmalig auf Kunstrasen gegeneinander antraten oder viel mehr hinfielen. Auf dem Kunstrasen gab es also mehr die Kunst des eigenständigen Aufstehens zu sehen als ein tatsächliches Fußball-Spiel!
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Beim Rescue Major ist es das Ziel, dass Roboter in Trümmern eigenständig nach Überlebenden suchen können und die Umgebung für mögliche Rettungsaktionen erforschen. Wie auch bei den Juniors werden hier konkrete Aufgaben gestellt und die Zeit gemessen.

In der Kategorie Logistik müssen Gegenstände in einer „Lagerhalle“ entsprechend der Vorgaben positioniert werden, um die Aufgabe erfolgreich zu bestehen. Auch hier entscheidet das Gelingen sowie die Zeit über die Platzierung der Teams.

Robocup10Auf dem RoboCup trafen wir neue und alte Gesichter wieder, sahen aber auch einen Gitarre spielenden Roboter, einen Roboter, der optimal 4-Gewinnt spielt, oder Musikwünsche abspielt und dazu tanzt sowie auch eine Lichtshow passend zur Musik darbietet. Die Entwickler und Erbauer standen uns gern Rede und Antwort.

So ging auch der diesjährige RoboCup für uns sehr schnell vorbei. Es war wieder sehr schön, aber auch sehr anstrengend, denn die Füße haben sich schon nach wenigen Stunden bemerkbar gemacht. Sebastian spürte auch noch Tage später seinen Einsatz beim RoboCup, da sein heroischer Einsatz für die Spielregeln ein paar kleine Kratzer an der Hand nach sich zogen.

Und wer es in diesem Jahr nicht geschafft hat: Der Eintritt ist jedes Jahr frei und nicht nur für IT-interssierte Besucher einen Ausflug wert!

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