Scrum in der Praxis: Part I, der erste Sprint

In unserer Rubrik Tech Talk stellen wir euch heute und in weiteren Beiträgen eine der bekanntesten agilen Methoden vor – Scrum. Damit wollen wir euch einen Einblick in den Projektalltag vieler unserer Kollegen geben und die unterschiedlichen Phasen dieser Entwicklung erklären. Ihr habt noch nie in der agilen Entwicklung gearbeitet? Dann folgt aufmerksam unserer Reihe „Scrum in der Praxis“.

Viele von uns waren bereits Teil von Scrum-Teams und in der agilen Entwicklung beschäftigt. Wir haben in Retrospektiven, Refinements, Plannings und im Sprint-Verlauf allgemein Sicherheit gewonnen. Trotzdem gibt es Ausnahmesituationen, die selbst im strukturierten, agilen Vorgehen Unsicherheit auslösen und wie Corner Cases eines ansonsten klaren Ablaufs wirken. Am Anfang war der Anfang und die Frage: Wie fängt man eigentlich an? Wenn nichts da ist, Boards und Diagramme noch leer? Wir kennen das Schätzen und Schneiden innerhalb unseres Backlogs, das Verfeinern. Und dank unserer Velocity haben wir eine Maßgabe wieviel wir in den nächsten Sprint einplanen. Aber wie geht man vor, wenn es keinen vorhergehenden Sprint und keine Velocity gibt? Wir reden von einem Fabelwesen, dem man nicht oft beiwohnen darf: dem ersten Sprint.

Antipattern und agiler Mythos: Sprint 0

Aber ja, es gibt sie, die ersten Sprints. Nur der Mythos vom Sprint 0 sollte besser ein Mythos bleiben. Nach Lehrbuch ist kein Sprint 0 vorgesehen, trotzdem poppt er immer mal wieder auf. Inzwischen wird der Sprint 0 sogar oftmals als Anti-Pattern bezeichnet. Unter der Annahme, dass man in einem Sprint 0 vorbereitende Aufgaben erledigt, schleichen sich meistens die ersten Verfälschungen einer Schätzung ein. Was sind solche vorbereitenden Aufgaben? Erste Meetings aufsetzen und daran teilnehmen, eine Entwicklungsumgebung einrichten? Meetings und Setups oder sonstige technische Checks sind Aufgaben, die in jedem Sprint auftreten (können) und womit man immer rechnen darf. Jeder Sprint soll Mehrwert für den Kunden erzeugen. Tut es das nicht, dann ist es kein Sprint. Daher ist es laut Lehrbuch nicht richtig von Sprint 0 zu sprechen, wenn man in diesem rein administrative und planerische Aufgaben übernimmt, bei denen kein Deliverable für deinen Kunden entsteht. Gibt es Aufgaben für das Team: dann ist es ein regulärer Sprint, eben Sprint 1. Unser Deliverable, unser Ergebnis, ist beispielsweise die funktionierende Entwicklungsumgebung, ein Teil der Dokumentation und wahrscheinlich erste kleine Tasks, die einen sichtbaren Mehrwert für den Kunden erzeugen. Wer seinen ersten Sprint aber gerne bei null anfangen möchte zu zählen, kann das tun, solange ein Deliverable entsteht. Wir Informatiker sind es ja gewöhnt bei null anzufangen zu zählen ;). Trotzdem bleiben die Unsicherheiten: wieviel gehört in so einen ersten Sprint? Die Antwort klingt fast zu einfach: das was nötig ist und das was möglich ist.

Der erste Sprint

Ohne eine Velocity oder die Erfahrung vorhergehender Sprints und was man sich zutrauen kann, muss man quasi zurück zu den Wurzeln und überlegen: was brauche ich, um zu starten und wieviel Zeit kostet mich das? Ein Beispiel: Alle Entwickler setzen beispielsweise einen Tag lang ihre Entwicklungsumgebung auf, werden x Tage eingewiesen in das Programmiermodell und -vorgehen (Know your tools, Server, wie delivern, Definition of Done, Definition of Ready und wie läuft die Code Review ab? Was sind die Programmierrichtlinien und wie sieht die Qualitätssicherung und Test aus?) und je nach Länge des Sprints: welche ersten Aufgaben können zeitlich dann noch absolviert werden? Im ersten Sprint ist es valide nicht zu viel einzuplanen, sondern erstmal tief zu stapeln. Eine Story nachzunominieren und nach Start des Sprints noch nachträglich mit einzufügen, ist zwar für „Scrum nach Lehrbuch“-Fans nicht valide, aber im ersten Sprint sicherlich verkraftbar. Wer beim ersten Schätzen unsicher ist, kann sich bei erfahreneren Entwicklern Hilfe suchen und sehr transparent schätzen. Also „laut denken“. Hilfreich kann es sein zusammenzutragen, wieviel unterschiedliche Technik dafür angefasst werden muss. Habe ich Änderungen in der Datenbank bzw. der Persistenz allgemein? Oder ist es nur Businesslogik? Muss ich nur Tests schreiben oder ein ganzes Test-Framework aufbauen (schließlich sind wir am Anfang). Falls erfahrene Entwickler nicht da sind oder die Schätzung zu unscharf wirkt, kann sogar erstmal eine ganz andere Schätzmethode mit weniger Kategorien verwendet werden wie T-Shirt-Sizes (Story-Größen S, M, L, XL). Generell gilt aber: was die Schätzgrößen bedeuten (also wie komplex beispielsweise 5 Story Points sind), bestimmt das Team. Dafür gibt es keine allgemeingültige Antwort, weswegen im ersten Sprint auch manchmal einfach das berühmte Bauchgefühl reicht. Bei so viel Unschärfe ist klar: in Sprint 1 kann man daneben liegen. Die Korrektur erfolgt mit der Erfahrung ab dem zweiten Sprint und hilft für die Zukunft.

Tipps für den zweiten Sprint

Die Story und die jeweilige Schätzung des ersten Sprints, sollte als Referenz herangezogen werden. Best Practice ist, sich eine Liste sortiert nach Story Points anzulegen, die als Referenz-Storys dienen. So bekommen alle in Zukunft ein Gefühl dafür, was beispielsweise 5 Story Points bedeuten, wie komplex sie sind und wie solche Storys ungefähr aussehen. Lag man daneben und hat länger als erwartet gebraucht, war die Aufgabe also komplexer, dann kann das bei der Erstellung der Referenz berücksichtigt und korrigiert werden.

Falls du noch mehr über den ersten Sprint erfahren möchtest, kannst du hier weiterlesen:
Official Scrum Guide (scrum.org)
Your first agile sprint: A survival guide (TechBeacon)
Scrum Myths: It is ok to have a Sprint 0, Design Sprint, Hardening Sprint… (scrum.org Blog)

 

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Unser Sommerfest in Frankfurt – ein „Feast of Nations“

IBMClientInnovationCenter_FFMAnfang September fand das Sommerfest des CIC Teams aus Frankfurt/Stuttgart statt. Mit CIClern aus 11 verschiedenen Nationen ist unserer Team kulturell bunt geschmischt. Um unsere Kollegen besser kennenzulernen, haben wir ein Event unter dem Motto „Feast of Nations“  organisiert. Im Rahmen dieses Teamevents hatten wir somit nicht nur die Möglichkeit uns alle wiederzusehen, auszutauschen und neue Kollegen kennenzulernen, sondern gleichzeitig eine kulinarische Vielfalt aus verschiedenen Ländern zu erleben.

Da jeder CICler ein typisches Gericht aus seinem Heimatland mitgebracht hat, konnten wir uns über viele verschiedene Köstlichkeiten freuen. Es wurde ein großartiges Buffet zusammengestellt.

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IBMClientInnovationCenter_FFM_3Wir probierten Arepas aus Kolumbien, Pide und gefüllte Weinblätter aus der Türkei, sowie Samosas und Kebab aus Pakistan. Aus Russland gab es Qistibi, Hering im Pelz und eine Auswahl an Pfannkuchen. Die deutschen Kollegen sorgten für Kartoffelsalat, Forelle und Wild direkt vom Grill. Sehr leckere Gerichte aus Indien durften wir probieren, da unsere Kollegen Dhokla, Mix Veg Pakora und zahlreiche weitere Snacks mitbrachten. Aus Kamerun gab es Frikadellen und frittierte Bananen. Außerdem gab es rumänische Süßigkeiten und eine Torte aus Österreich, die am Tag zuvor direkt aus dem Heimatland von der Post in unser Office geliefert wurde.

Es wurde ein gelungener Spät-Sommer-Abend und wir hatten alle eine großartige Zeit!

Dankeschön an alle Kollegen, die an unserem Teamevent teilgenommen und ihren Beitrag zur Gestaltung des Abends geleistet haben!

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Ekkehards Einstieg über die hierbleiben-Messe

Am 17. November 2017 ist es wieder so weit. Das IBM Client Innovation Center stellt sich, wie jedes Jahr, auf der hierbleiben. vor und informiert euch über Einstiegsmöglichkeiten, den Projektalltag und wie ihr euch bei uns verwirklichen könnt. Als Vorgeschmack hat unser Kollege Ekkehard den Veranstaltern ein paar Fragen beantwortet, doch lest selbst.

Von Toastbrot und Java

Ein Job in der IT hält viele spannende und abwechslungsreiche Themen bereit. Was für viele von uns schon seit Jahren ein klarer Fakt ist, wollten wir auch an der Schule am Fermersleber Weg, einer Förderschule für Körperbehinderte, erlebbar machen.

Gruppenbild

Initiiert von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, entwickelten wir in Absprache zusammen mit dem Diversity Team des CIC unser Programm. Gemeinsam mit einer 9. und 10. Klasse hatten wir dann die Möglichkeit, ein Stück weit in die Welt der Informatik einzutauchen und den Schülern und Schülerinnen eine neue Perspektive bei der Berufsorientierung zu bieten. Während einige bereits etwas Erfahrungen – etwa mit Programmierung – gesammelt hatten, wünschten sich andere erste Berührungspunkte mit dem Berufsfeld.

Wir überlegten im Vorfeld, wie wir IT auch jenen schmackhaft machen können, die noch keine Erfahrungen im Bereich der Informatik gesammelt haben oder gar keine konkrete Vorstellung davon haben welche Felder dieser Fachbereich eigentlich beinhaltet. So haben wir uns dazu entschlossen, es allen Beteiligten im wahrsten Sinne „schmackhaft“ zu machen.

Nachdem wir uns und das CIC vorgestellt hatten, enthüllten wir das leckere Thema des heutigen Tages: Algorithmen. Anfänglich konnte sich niemand viel unter diesem Wort vorstellen, doch das sollte sich schnell ändern. Nach einer kurzen Begriffsklärung unterhielten wir uns über Alltagsalgorithmen, die wir oft ohne darüber nachzudenken, jeden Tag aufs Neue, auf die immer gleiche Weise ausführen. Obwohl wir sie oft anwenden, beispielsweise beim Kaffeekochen, Zähneputzen oder Waschen, ist der Algorithmusbegriff für viele Menschen nur schwer greifbar. Deshalb hatten wir uns entschlossen, die Wichtigkeit, genauso wie die Schwierigkeiten dieses Konzeptes anschaulich zu machen.

Die Aufgabe der Teilnehmer sollte es sein, Marmeladenbrote zu schmieren, oder viel mehr uns zu erklären, wie wir sie ihnen schmieren sollen. Dazu organisierten wir im Vorfeld alles was dazu benötigt wird – Marmelade, Butter, und natürlich Toast. Wir übernahmen die Rolle der Computer, ausgestattet mit Messer und Toaster, während die Schüler und Schülerinnen Algorithmen entwickelten, die wir dann Schrittweise abarbeiten konnten.

Unsere Aufgabe bestand darin, die Sequenzen einmal mehr, einmal weniger genau zu interpretieren. Das heißt weder die allererste Tütensuppen-Anweisung sollte zum gewünschten Ergebnis führen, noch sollten die Jugendlichen eine IKEA-Aufbauanleitung verschriftlichen müssen, um ein perfektes Marmeladentoast zu erhalten. Denn der Spaß durfte schließlich auch nicht zu kurz kommen.

Experiment1

Die Algorithmen wurden wörtlich umgesetzt – mit interessanten Ergebnissen.

Wie insgeheim erwartet, konnten wir anhand der ersten formulierten Algorithmen gut veranschaulichen, worauf es ankommt. Zu unserem Glück war beim “Bestreichen mit Butter”, weder vom Öffnen der Packung, noch einem Messer die Rede. Und so rieben wir die noch verschlossene Butter unter Schmunzeln und Gelächter plakativ über das Toast.

Einige Ungenauigkeiten in den Algorithmen der Beteiligten ließen somit Spielraum für Interpretation, so dass die eine oder andere lustige Toastkreation hergestellt wurde. Ein paar Toasts wurden mit ganzen Marmeladengläsern beschmiert, andere sollten im Toaster verweilen, bis sie durch wundersame Weise getoastet sein sollten, da der Schritt zum Anschalten des Geräts vergessen wurde. Jedoch waren die Anweisungen schnell so präzise, dass sich in kürzester Zeit Erfolge einstellten, was zum Teil auch dem wachsenden Mitdenkpotenzial der „Computer“ zu verdanken war. Nach einer halben Stunde formulierte die erste Gruppe einen detailierte Anweisung, die zum gewünschten Ergebnis führte.

Es war uns wichtig, zu illustrieren, wie ein Algorithmus funktioniert, dass es oft gar nicht so einfach ist ihn zu beschreiben und oft Geduld gefragt ist, bis man eine Lösung gefunden hat. Aber vor allem war es uns wichtig zu zeigen, dass es durchaus Spaß machen kann eigene Ideen zu entwickeln und Probleme zu lösen. Und nicht zuletzt, dass eine funktionierende Anweisung immer zum gewünschten Ergebnis führt. Nachdem also das erste “perfekte” Toast fertig war, konnte der finale Algorithmus einfach so oft wiederholt werden, bis alle etwas zu essen hatten.

Experiment2

Am Ende führte der richtige Algorithmus auch zum gewünschten Ergebnis.

Nach dieser Stärkung stellten wir das erfolgreiche Projekt unserer MINTLOOK-Praktikantin Vanessa, die ohne Vorkenntnisse, innerhalb von drei Monaten ein funktionierendes Snake Spiel programmiert hatte, vor. Anschließend durften alle im Plenum erste eigene Programmiererfahrungen mit Java sammeln. Dabei konnte das neue Wissen direkt angewendet und gleichzeitig ein erster Einblick in die originalen Tools der Entwickler gegeben werden.

Letztendlich können wir sagen: die Jugendlichen hatten eine Menge Spaß, genauso wie wir. Die Schülerinnen und Schüler aber auch die Lehrer waren glücklich über die neuen Eindrücke und vielleicht sehen einige die IT-Welt nun mit neuen Augen. Uns allen hat es großen Spaß bereitet, unsere Faszination weiterzugeben und gerade die vielen interessierten Rückfragen haben uns besonders gefreut und uns gezeigt, dass die Jugendlichen die Thematik genauso spannend finden, wie wir. Wir freuen uns jetzt schon darauf weitere Erfahrungen, wie diese zu sammeln!

Rückblick Twitter #CICtakeover

Im #CICtakeover haben wir den gemeinsamen IBM CIC EU Twitter Account übernommen und euch eine Woche in unseren Alltag mitgenommen und versucht euch kleine Einblicke in unser Center zu gegeben.
Wir übergeben den Account an das CIC in Italien. Seid gespannt was unsere Kolleginnen und Kollegen posten…

Alle aktuellen Tweets findet ihr hier:

The Center Trainers – Part 4: Markus und Sven

Wir haben vor kurzem unsere Center Trainer bei der Vorbereitung der neuen Masterclass überrascht und sofort eine kleine Interviewrunde gestartet. In einem weiteren Teil unserer Serie „The Center Trainers“ erfahrt ihr heute mehr über Markus, Sven und ihr Schulungsthema „Bluemix und IoT“ .

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Sven (links) und Markus (rechts) beim IoT Workshop

Warum wolltest du Trainer im CIC werden?
Sven Wieczorek (SW): Ich würde sagen, ich bin da mehr oder weniger reingewachsen. Da ich bereits in den Themen Bluemix und IoT drin steckte und einige Probleme, die man als Einsteiger leicht vermeiden kann, identifiziert habe, war eine erste Idee einen Guide für diese Themen zu erarbeiten. Dazu kam dann, dass im Zuge der Masterclass auch ein Kurs speziell für Bluemix angedacht war und man Trainer dafür benötigte. Da hat einfach alles gepasst. Darüber hinaus hatte ich durch diverse Vorträge und den IoT-Workshop zusammen mit Markus ein wenig Blut geleckt.
Markus Jüttner (MJ): Weil ich Spaß am Thema Bluemix & IoT habe und das gerne an andere weitergeben will. Zudem ist es eine schöne Abwechslung zum Projektalltag.

Seit wann bist du Trainer und welche Kurse gibst du?
SW: Seit diesem Jahr ‚offiziell‘. Markus und ich hatten im Vorfeld schon zwei Workshops zum Thema ‚IoT‘ gegeben, bei denen wir schon Erfahrung sammeln konnten.  Den ersten Masterclass-Kurs zum Thema Bluemix habe ich Anfang Mai zusammen mit Markus und Martin gegeben.
MJ: Durch die Learner Centered Training Schulung bin ich offiziell seit Anfang des Jahres Trainer und habe daraufhin den Bluemix & IoT Teil der Masterclass mit gehalten. Zudem habe ich mit Sven zusammen schon zwei IoT Workshops für Studenten und einige unserer Kollegen gegeben. Auch schon zu Unizeiten war ich als Übungsleiter für das Fach Idea Engineering und als Mentor tätig.

Wie hast du dich auf deine Rolle als Trainer vorbereitet?
SW: Persönlich eher weniger, da ich schon erhebliche Erfahrung mit Nachhilfe (Mathe für Schüler und Studenten) geben hatte. Fachlich gesehen war es von Vorteil für uns (Markus und mir), dass wir bei dem Thema freie Hand hatten. Wir haben uns zunächst darüber ausgetauscht, was am Ende hängen bleiben soll. Danach war die Vorbereitung relativ leicht, da sich die Inhalte mehr oder weniger von allein aufgestellt haben. Passend dazu musste dann nur noch das Material, die Hard- und Software vorbereitet werden.
MJ: Ich habe schon viel aus meiner eigenen Erfahrung lernen können, sowie aus Kommunikations- und Präsentationsseminaren und dem IBM Kurs Learner Centered Training.

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten, die man als Trainer mitbringen sollte?
SW: Ruhe und Gelassenheit sowie lösungsorientiertes Denken. Eine Schulung wird nie reibungslos verlaufen beziehungsweise wird immer etwas Unvorhergesehenes eintreten. Dementsprechend ist es von Vorteil einen kühlen Kopf zu bewahren, um die Situation souverän zu meistern.

MJ:
a. Selbstvertrauen
b. Großes persönliches Interesse am Thema
c. Flexibilität

Wovor hattest du die meisten Bedenken, bevor du deinen ersten Kurs gegeben hast?
SW: Dass ich die Bücher vergesse. Damit ist das Unvorhergesehene gemeint. Es gibt die Anekdote eines Architekten, der eine Bibliothek entwerfen sollte. Als sie fertig gebaut war, war sie wunderschön, nur leider unbrauchbar, da er vergessen hatte das Gewicht der Bücher für die Statik zu berücksichtigen. Die Bibo wurde nie eröffnet. Konkret: unvorhergesehene Probleme.
MJ: Ich mache mir vorher immer Gedanken darüber nichts zu vergessen und auf alle Fragen, die aufkommen können, vorbereitet zu sein. Das ist aber beides bei guter Vorbereitung, gepaart mit etwas Erfahrung und Spontanität, meist kein Problem.

Was war die größte Herausforderung, die du bislang in einem deiner Kurse bewältigen musstest?
MJ: Sven und mein erster IoT Workshop für Studenten sollte bei uns im Center stattfinden. Ich hatte in der Woche zuvor noch alles für den Gäste-WLAN Zugang getestet und es funktionierte. Das Wochenende über wurde dieses IBM Gäste-WLAN jedoch umgestellt und wir standen für die Studenten im „INTERNET of Things“ Workshop plötzlich ohne Internet da. Da mussten wir den ersten Tag ganz schön improvisieren und am nächsten Tag in einen Raum auf dem Unicampus umziehen.

Was war die witzigste Anekdote?
SW: Da gibt es mittlerweile zu viele als, dass ich da eine rauspicken möchte.
MJ: Siehe vorherige Antwort 🙂

Was gefällt dir besonders gut an deiner Rolle als CIC Trainer?
SW: Die Gestaltungsfreiheit eigene Ideen umsetzen zu dürfen.
MJ: Wie schon erwähnt gefällt mir die Abwechslung vom Projektalltag und, dass ich viele eigene Ideen einbringen und umsetzen kann. Wenn das Feedback dann nach einer Schulung gut ausfällt, gibt das auch Selbstvertrauen für neue Aufgaben und Kurse.

Wie vereinst du deine Trainertätigkeit mit der täglichen Projektarbeit?
SW: Zeitig anmelden, dass man an einem bestimmten Datum aufgrund einer zu gebenden Schulung nicht verfügbar ist. Dann passt das glücklicherweise.
MJ: Die Arbeit im Projekt steht an erster Stelle, doch ich versuche mir über motivierten Einsatz und gute Ergebnisse dort die Auszeiten für die Trainerjobs als „Belohnung“ zu verdienen. So ähnlich hat es auch Thorsten Gau, Chief Technology Officer der IBM, einmal bei einem seiner Vorträge im Center beschrieben. Das hat sich bei mir eingebrannt.

Wie stellst du dir deine zukünftige Entwicklung als Center Trainer vor und gibt es gibt es andere Kursformate, die dich interessieren oder die du bereits geplant hast?
SW: Ich bin sehr zufrieden mit der Gestaltung und dem Verlauf des Masterclass-Kurses (Bluemix) und dem IoT-Workshop. Daher denke ich über eine thematische Veränderung nicht nach.
MJ: Wir überlegen derzeit die Bluemix Schulung auch losgelöst von der Masterclass anzubieten und wollen versuchen ein Blockseminar zum Bluemix/IoT Thema an der Uni anzubieten. Dafür ist jedoch noch einiges an Vorarbeit nötig.

Welche Tipps würdest du jemanden geben, der selber als Trainer im CIC Kurse geben möchte?
SW: Startet zeitig mit der Vorbereitung und macht euch Gedanken über mögliche Probleme. Keine Sorge, es kann/wird immer etwas Unerwartetes auftreten. Allerdings hat der Aufwand im Vorfeld den Vorteil, dass man innerlich ruhiger und entspannter ist und sich gut vorbereitet fühlt.
MJ: Probiert es einfach, am besten klein anfangen und sich trauen die Komfortzone zu verlassen. Außerdem würde ich an dieser Stelle meine Antwort zu „ Wie vereinst du deine Trainertätigkeit mit der täglichen Projektarbeit?“ genauso als gutgemeinten Rat geben.

Job des Monats: Scrum Master

In unserer Rubrik ‚Job des Monats‘ stellen wir euch einmal im Monat CIC Mitarbeiter und ihre aktuelle Jobrolle vor. Auf unserer Homepage findet ihr passend dazu aktuelle Stellenangebote an unseren verschiedenen Standorten. – Vielleicht ist ja auch euer Traumjob dabei?

Heute stellen wir euch in unserer Serie „Job des Monats“ Michael vor, der bei uns im CIC die Möglichkeit ergriffen hat, sich vom Java EE Entwickler zum Scrum Master zu entwickeln.

Kannst du uns kurz etwas zu deiner Person sagen?

michaelwitte_klein_2Ich bin Diplomingenieur für Computervisualistik, studiert habe ich an der Uni Magdeburg.

Ich habe bereits verschiedene Jobs wahrgenommen wie beispielsweise als Wissenschaftler für das Frauenhofer IFF im Bereich Virtual Reality oder auch an der Uniklinik im Bereich Abdomen-Chirurgie für einen Operationssimulator, sowie für ein KMU aus der Wissensvermittlung.

Meine längste Anstellung hatte ich bei einer EON Tochter als Java EE Developer im SOA Umfeld.

Wie lange bist du bereits im Center und was hat dich bewogen, dich hier zu bewerben?

Ich bin jetzt seit circa 3 Jahren im CIC angestellt. Als Magdeburger war ich natürlich begeistert, als ich erfahren habe, dass die IBM die Eröffnung eines Centers in meiner Lieblingsstadt plante.

Da ich hier tief verwurzelt bin, gefiel mir der Ansatz, dass die Kollegen vorzugweise von Magdeburg aus arbeiten können. Dennoch erhält man die Chance mit hochkarätigen, international agierenden Konzernen zu arbeiten und das in einem sehr professionellen Umfeld.

In welcher Rolle hast du hier im Center begonnen?

Begonnen habe ich als Senior Java EE Developer für ein großes Logistikunternehmen mit Sitz in Wien. Die Reisen nach Wien und die Arbeit in einem internationalen Projekt waren für mich genauso aufregend wie interessant, auch wenn sich das Reiseaufkommen hier sicher etwas umfangreicher gestaltet hat. Dafür bin ich im aktuellen Projekt fast ausschließlich in Magdeburg.

Welche Jobrolle hast du derzeit inne?

Ich bin für das Pro7Sat.1 Projekt als Domain Lead (Project Manager) und Scrum Master eingesetzt und muss so den Spagat zwischen klassischem Projektmanagement und Agile bewerkstelligen. Das bringt täglich neue Erfahrungen mit sich.

Was muss man an Kenntnissen mitbringen, um diese Rolle ausführen zu können?

Gute Mathematikkenntnisse, logisches Denken, ein bestimmtes Persönlichkeitsprofil (offen aber auch verbindlich, durchsetzungsstark), sowie Spaß an der Arbeit und einen guten Draht zum Kunden (client first!) sind sehr wichtig.

Hattest du schon immer vor in dieser Rolle zu arbeiten?

Ursprünglich wollte ich als Java Developer arbeiten. Allerdings hat sich schon früh gezeigt, dass besonders kommunikationsintensive Aufgaben mein Interesse wecken konnten und ich gern zusammen im Team Themen organisiere und umsetze. So habe ich schnell Managementaufgaben übernommen und war für Schnittstellenthemen verantwortlich. Ich bin sehr froh, den Schritt ins Projektmanagement gewagt zu haben.

Wie sah dein Weg in diese Rolle aus?

Vom Entwickler für Java EE habe ich mich über den Scrum Master für ein, zwei und später drei Teams und die Rolle als stellvertretenden Domain Lead hin zum Domain Lead von inzwischen über 20 Personen gearbeitet. In meinem Projekt habe ich viele Möglichkeiten meine Ideen einzubringen und schnell anzugehen. Aktuell denke ich über ein viertes Team und Kanban nach. Innovation und Geschwindigkeit ist für uns und unseren Kunden besonders wichtig.

Was gehört zu den täglichen Aufgaben und Verantwortungen, die diese Rolle mit sich bringt?

Als Scrum Master ist man ein Servant Leader. Man führt das Team indem man ihm dient und beispielsweise Impediments beseitigt. Als Domain Lead sieht das schon etwas anders aus. Hier muss man auch unpopuläre Entscheidungen treffen und durchsetzen. Das Einnehmen dieser sehr unterschiedlichen Rollen und Sichtweisen ist genauso spannend wie herausfordernd.

Welche Technologien unterstützen dich bei deiner täglichen Arbeit? Mit welchen Technologien hast du bisher gearbeitet?

Wir arbeiten mit den Rational Tools von IBM. Das hilft uns sehr, da sie gut aufeinander abgestimmt sind und uns von der Entwicklung über das Testing und die Qualitätssicherung bis hin zur Automatisierung, der Versionierung und der Builds unterstützen. Auch die gesamte Planung für unsere Sprints läuft über RTC.

Welche Möglichkeiten gibt es hier im Center, die dir eine Weiterentwicklung in dieser Rolle ermöglichen? Hast du eventuell schon einige wahrgenommen?

Das Center hat mir das Vertrauen geschenkt, den Piloten in unserem Projekt zu leiten. Dafür habe ich mich beispielsweise als Scrum Master zertifizieren lassen. Meine Teams erhalten ebenfalls umfangreiche Unterstützung über Materialien, Schulungen und Zertifizierungen. Neben ISTQB, OCA und weiteren Zertifizierungen welche teilweise erst noch anlaufen, haben wir auch an Consulting-, Architekten- und Trainer-Schulungen teilgenommen. Eine gemeinsame Zertifizierung für das Team als Scrum Developer steht noch aus, ist aber ebenfalls für dieses Jahr angedacht.

Wenn du die Gelegenheit bekommen würdest, für einen Tag/eine Woche in eine andere Rolle zu schlüpfen: Welche wäre das und wieso?

Ich bin genau da, wo ich sein möchte. Allerdings würde mich neben dem Projektmanagement auch das Peoplemanagement sehr reizen. Ich würde gerne meine Teammitglieder auch auf Personalebene betreuen und gemeinsam mit ihnen ihre Karriere planen und vorantreiben. Vielleicht bieten sich ja dafür künftig noch Möglichkeiten.